In sich ruhen, „Atem holen, Kraft schöpfen“ nennt Eva-Maria Utsch das Bild rechts in ihrer aktuelle Schau im Comoedienhaus. Foto: Monika Müller

Hanau

Von Aquarell bis Produktdesign

  • Detlef Sundermann
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Austellungsreihen „Kunst im CPH“ und „Kunst im Comoedienhaus“ starten.

Sie malt augenscheinlich gern die Natur, genauer den Wald, der in ihren Bildern zwar gelegentlich winterlich kahl anmutet, aber dennoch heiter leuchtet wie im Frühsommer. Die Natur in Eva-Maria Utschs Acrylgemälden ist dem Menschen immer freundlich gesinnt, die sich ihm mild auf die Seele legt. Die Harmonie ihrer Werke findet sich nicht nur in der Bildgestaltung wieder, sondern ebenso in Motiven, die Utsch zu anderen Themengruppen verarbeitet.

Die Bruchköbeler Künstlerin, die der Hanauer Gruppe Umbria angehört, macht den Auftakt zu einer von zwei Ausstellungsreihen in der Stadt. „Aus dem Vollen schöpfen“ nennt Utsch ihre Schau bei „Kunst im Comoedienhaus“, die nunmehr zum vierten Mal läuft. Anfang März gibt es dann die 16. Auflage von „Kunst im CPH“. Dort haben seit einigen Jahren auch Abschlussklassen der Produktdesigner der Brüder-Grimm-Berufsakademie und die Gesellschaft für Goldschmiedekunst mit renommierten Gold- und Silberschmieden ihr Schaufenster.

„Kunst im CPH“ gilt nicht allein von den Jahren her als etablierte Reihe. Das Foyer im Congress Park Hanau ist eine beliebte Bühne für bildnerische Kunst und Kunsthandwerk, an der Tagungsgäste sowie Konzert- und Theaterpublikum vorbeiflaniert. Allerdings steht der vielfrequentierte Ort nicht jedem Künstler mit seinen Arbeiten offen – das war schon immer so. „Kreative, die einer Hanauer Künstlervereinigung angehören, werden bevorzugt“, sagt Marion Wögler, zuständig für die Pressearbeit der Betriebsgesellschaft für das CPH und Comoedienhaus. Andere Kunstschaffende haben lediglich die Chance, als Gast einer Vereinigung mitausstellen. In dieser Saison stellen aus zwei Gruppen jeweils ein Künstler aus und damit keine Gäste.

Schauen

Kunst im Comoedienhauszeigt derzeit Eva-Maria Utsch mit „Aus dem Vollen schöpfen“, am 28. August folgt Bernhard W. Müller mit „Eis und heiß“.

Kunst im CPH,6. März, 19.30 Uhr, Vernissage für Absolventenstücke der Brüder-Grimm-Berufsakademie, Designmanagement und Produktgestaltung. sun

www.cph-hanau.de
www.comoedienhaus.de

Die Organisation einer Ausstellungssaison im CPH - in diesem Jahr mit sechs Schauen - obliegt dem Künstlertreffen unter der Leitung von Beate Funck. Gleichwohl auch Betriebsgesellschaft-Geschäftsführerin Nicole Rautenberg mit dabei ist, wird den Vertretern der Künstlergruppen bei der Auswahl der Aussteller und deren Werken freie Hand gelassen. Und: „Es gibt keinerlei Vorgaben“, bemerkt Wögler. In der Kunst geht viel, was im CPH geht oder nicht, unterliegt daher der Selbstkontrolle der Beteiligten. Auch wer wann ausstellt, regeln laut Wögler die Künstler beim Treffen unter sich. Denn es gibt durchaus besucherstarke und -schwache Monate.

Eine Ausnahme bildet jedoch die letzte Ausstellung der Saison, die immer unter einem vorgegebene Thema steht, in diesem Jahr lautet es „Kunst, Musik und Märchen“. Alle Teilnehmer von „Kunst im CPH“ können dann Werke einbringen. Hierbei ist es gleich, ob die Akteure aus bereits vorhandene Arbeiten bestücken oder just für den Anlass kreativ werden.

Einen kleinerer Rahmen bildet hingegen das Comoedienhaus im Staatspark Wilhelmsbad. Pro Saison werden dort zwei Ausstellungen präsentiert, jeweils von einem Künstler aus einer Hanauer Vereinigung. Die Arbeiten sind zu sehen, wenn Vorstellungen laufen oder während der Öffnungszeiten des Theatercafés, donnerstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr. Zum Ausgleich ist die Ausstellungsdauer ungewöhnlich lang. Während sie im CPH etwa ein Monat beträgt, hängen Utsch’ Bilder bis 24. August. Bernhard W. Müller, der unter „Eis und heiß“ Lebenssituationen in Öl und Aquarell darstellt, startet wenige Tage später und kann die Bilder bis Februar 2021 dort lassen.

Um in dem historischen Theater ausstellen zu können, müssen sich die Künstler bei der Betriebsgesellschaft bewerben. Nach Ende der Frist entscheidet das Los. Dort wie auch im CPH bietet die Betriebsgesellschaft die Ausstellungsfläche kostenlos. Provision bei eventuellen Verkäufen, sind zudem nicht zu zahlen.

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