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Anschlag in Hanau

Anschlag in Hanau: Kein Terrorverdacht gegen Vater

Die Bundesanwaltschaft sagt, Anhaltspunkte für strafbares Verhalten von Hans-Gerd R. fehlten. Aber weitere Hinweise werfen Fragen zu seiner Rolle beim Terroranschlag auf.

Weil er Teilnehmer einer Mahnwache, darunter Angehörige der Anschlagsopfer, in einer Anzeige gegen sie als „wilde Fremde“ bezeichnet hat, wird sich Hans-Gerd R. demnächst womöglich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hanau hat den Vater von Tobias R. wegen rassistischer Beleidigung angeklagt. Dass der 73-Jährige vom Generalbundesanwalt zur Verantwortung gezogen wird, weil er von den Attentaten gewusst oder in irgendeiner Form beteiligt gewesen sein könnte, ist nicht zu erwarten, zumindest derzeit.

Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf FR-Anfrage mitteilte, richteten sich die Ermittlungen „zu keinem Zeitpunkt gegen den Vater von Tobias R.“. Mit Blick auf das Anschlagsgeschehen hätten sich „keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten“ ergeben, so der Sprecher. Deshalb „durfte kein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden“. Hans-Gerd R. sei von der Bundesanwaltschaft, dem BKA und dem Ermittlungsrichter stets als Zeuge gesehen und behandelt worden. Die hessische Polizei habe ihn kurzfristig wie einen Beschuldigten behandelt, jedoch in der „irrigen Annahme“, die Staatsanwaltschaft Hanau ermittle wegen einer Tatbeteiligung.

Vorwürfe zurückgewiesen

Hans-Gerd R. weist alle Vorwürfe gegen seinen Sohn und ihn zurück, auch jenen einer Mittäter- oder Mitwisserschaft. Sie seien die Opfer: Ein weltweit aktiver Geheimdienst habe Tobias R. getötet und die weiteren Morde begangen. Den Sicherheitsbehörden wirft der 73-Jährige zum Beispiel unterlassene Hilfeleistung vor, der Stadt Hanau Volksverhetzung, wegen der Gedenkstätten für die Getöteten, die er „Täter“ nennt.

Sein Weltbild, das wie bei seinem Sohn von Rassismus und Verschwörungstheorien geprägt ist, sowie weitere Hinweise werfen jedoch drängende Fragen zu R.s Rolle auf: So war dem 73-Jährigen der zweite Tatort am Kurt-Schumacher-Platz auch deshalb bekannt, weil er mal einen davor stehenden Mann fotografiert hat, der seiner Ansicht nach ein sogenannter Intensivtäter gewesen sei.

Zu hinterfragen ist auch, ob Hans-Gerd R. sich am Tatabend tatsächlich früh ins Bett legte und lange schlief. Jemand aus der Nachbarschaft berichtet, wie R. in das Auto seines Sohnes leuchtete, nachdem dieser die Anschläge begangen hatte.

Zudem vergingen bis zur Stürmung der Wohnung mehrere Stunden. Es ist kaum wahrscheinlich, dass Vater und Sohn sich in dem kleinen Haus nicht begegneten und kommunizierten. Was genau passierte in dieser Zeit, in der auf dem Computer des Vaters unter anderem nach der Webseite von Tobias R. gegoogelt wurde? Sie scheinen ein enges Verhältnis gehabt zu haben. Das wird auch im „Manifest“ von R. deutlich, in dem er den Vater acht Mal erwähnt und etwa beklagt, dass dieser seinen Job als Niederlassungsleiter verloren habe.

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