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Landgericht

Angreifer schuldunfähig

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Hanau Unterbringung in Psychiatrie nach Verbrechen in Wohnheim

Das Landgericht Hanau hat angeordnet, zwei frühere Bewohner einer städtischen Unterkunft für Obdachlose in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Die fünfte große Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Mirko Schulte sah es nach zwei Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der zur Tatzeit 35-jährige Angeklagte in eine Wohnung in dem Heim eindrang, einen Bewohner attackierte und dabei Körperverletzung beging. Und dass der andere, zur Tatzeit 47 Jahre alte Angeklagte, dort eine 82-Jährige zu Boden warf, ihren Kopf mehrfach gegen den Boden schlug und ihr eine goldene Kette stahl, was das Gericht als Körperverletzung und Raub bewertete. Die Frau erlitt dabei unter anderem Prellungen und Hämatome.

Nach Überzeugung des Gerichts – das sich auf die Angaben von zwei Gutachtern stützte – waren die Männer zum Tatzeitpunkt aufgrund einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig, weshalb sie in den sogenannten Maßregelvollzug kommen. Sie hätten in der Situation keine Einsichtsfähigkeit gehabt. Der jüngere der Angeklagten habe zuvor die Vorstellung gehabt, dass Hilferufe aus der Wohnung kamen. Der 47-Jährige sei ihm später einfach gefolgt, und als sich die Bewohnerin gegen die Eindringlinge habe wehren wollten, habe er sie traktiert. Laut Gericht ließ sich diese Darstellung, die auch auf Aussagen der Verdächtigen beruhte, nicht widerlegen. Der 35-Jährige soll nach dieser Tat auf ähnliche Weise in eine andere Wohnung eingedrungen sein. Die Kammer entschied sich für die Unterbringung in der Psychiatrie, weil sie die Angeklagten – die ankündigten, das Urteil zu akzeptieren – als gefährlich einstuft, auch wegen der massiven Attacken und der Wiederholungsgefahr.

Die Unterkunft war in den vergangenen Jahren wiederholt in den Fokus geraten. Bewohner und ehrenamtliche Helfer beklagten etwa mangelnde Betreuung und Sicherheit.

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