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Andrang bei Impfmarathon

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Von: Detlef Sundermann

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Das Rote Kreuz verteilt heiße Getränke an die Wartenden.
Das Rote Kreuz verteilt heiße Getränke an die Wartenden. © Monika Müller

Mehr als 3300 Menschen kommen zu der Aktion, die 350 Ehrenamtliche stemmten. Zumeist wurde geboostert.

Hoch zufrieden fiel die vorläufige Bilanz der Organisationen des Impf-Marathons am Wochenende in der August-Schärttner-Halle in Hanau aus. Am Samstag gegen 22 Uhr sei entgegen der Erwartungen der Andrang so groß geworden, dass wegen Überfüllung der Einlass von weiteren Impfwilligen gestoppt werden musste, hieß es. Der Main-Kinzig-Kreis hatte die Aktion initiiert, die von rund 350 Ehrenamtlichen gestemmt wurde. Sie zählten bis zum Sonntagnachmittag mehr als 3300 Impflinge. 4000 Impfdosen waren bereitgestellt. Ob die Menge für den Spritz-Marathon ausreichte, der an beiden Tagen von 7 bis 24 Uhr dauerte, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Bekannt wurde aber, dass das Gros der Impflinge sich „boostern“ ließ. Ungeimpfte kamen hingegen kaum.

„Ich bekomme meine dritte Impfung“, sagte am Samstagvormittag ein 20 Jahre alter Dachdecker aus Nidderau, der sich gerade mit seiner Lebensgefährtin in die knapp 100 Personen lange Warteschlange vor dem Halleneingang einreihte. Für die junge Frau ist es hingegen die erste Spitze gegen Covid-19. „Ich hatte zuvor den Status Genesen“, erklärt sie. Sie arbeite in der Altenpflege. Es sei für sie selbstverständlich, sich nun impfen zu lassen, sagte sie.

Die 30 bis 45 Minuten Wartezeit hat ein Vater aus Langenselbold mit seinem Sohn gern in Kauf genommen. „Eine Terminfindung zum zeitnahen boostern war zu schwierig“, sagte er. Zudem nähere sich für den 13-Jährigen Sohn die Frist für die zweite Injektion. „Die halbe Klasse ist schon geimpft“, sagte der Junge. „Wir haben ihn zur Impfung nicht gedrängt. Er hat selbst entschieden, auch wegen der Einschränkungen für Ungeimpfte“, sagte der Mann, der die Organisation lobte. „Sogar einen Kaffee gab es für die Wartenden.“

immunisieren

Im Bürgerhaus Maintal-Bischofsheim wird am 18. und 19. Dezember von 9 bis 20 Uhr geimpft.

Kinder ab fünf Jahre sollen ab kommender Woche im Kreis eine Impfung erhalten können. Im Rahmen der Kampagne „Dein Pflaster“ sollen Impfungen am Klinikum Hanau und bei den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen möglich sein. In den Tagen vor und nach Weihnachten seien in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern eigene Kinderimpftage geplant. sun/dpa

„Der Impf-Marathon wurde initiiert, weil wir vor drei Wochen überrannt worden sind“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (beide SPD) habe daraufhin die Idee zur Massenimpfung gehabt und die Organisation auf die Beine gestellt. Vereine, Hilfsorganisationen, Apotheken, Praxen, Betriebe und Verwaltungen seien wegen Ehrenamtlichen angesprochen worden. Die Zahl der Meldungen habe die Zahl der zu besetzenden Aufgaben überschritten, so Stolz. Simmler sprach von einem reibungslosen Ablauf.

Der Landrat betonte, dass der Kreis mittlerweile sieben dauerhafte Impfstellen betreibe und somit der Landesvorgabe von gut 10 000 Impfungen pro Woche nachkommen könne. Allerdings ist noch Geduld geboten, ob beim spontanen Besuch in einer der Stellen oder Impfen mit Termin. Für letzteres heißt es in Hanau aktuell bis Ende Januar warten.

Überlastet ist laut Stolz auch das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises. Seit Wochen herrsche „Land unter“. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen könne daher nicht im gebotenen Tempo erfolgen. „Wir haben zudem einen Meldestau bei den Infiziertenzahlen von 48 Stunden“, sagte Stolz.

Nach einer Hochrechnung erhielten beim Impf-Marathon 83 Prozent zum dritten, fünf Prozent zum zweiten und zwölf Prozent zum ersten Mal das Vakzin. „Das reicht nicht, da müssen wir noch mehr überzeugen“, sagte Stolz zur letzten Zahl. Er hofft, dass aus dem Impf-Marathon viele Multiplikatoren hervorgehen. Die nächste Chance bietet sich am kommenden Wochenende bei den Sonderimpftagen in Maintal.

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