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„Alte Fasanerie“ Hanau: Dem Wolf in die Augen schauen

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Auch dem kleinen Wolf in der Alten Fasanerie kann man in die Augen schauen.
Auch dem kleinen Wolf in der Alten Fasanerie kann man in die Augen schauen. Sascha Rheker © Sascha Rheker

Im Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau ist der Isegrim der Star.

Der kleine Junge zeigt aufgeregt auf das hintere Ende des Geheges. „Schau, Mama, da ist er.“ Einer der Polarwölfe hat sich erhoben und streift nun durchs Gehege. Die Wölfe sind seit vielen Jahren das Highlight des Wildparks „Alte Fasanerie“ in Hanau-Klein-Auheim. Neben den Polarwölfen sind hier auch Europäischen Grauwölfe zu sehen. Kürzlich haben sie Junge bekommen.

„So eine Wolfsgeburt ist schon etwas ganz Besonderes, das gab es hier im Tierpark schon sehr lange nicht mehr“, sagt Marion Ebel, Wildparkbiologin in der Fasanerie. Die „Wolfsmutter“, wie Ebel auch genannt wird, hat auch schon Wölfe mit der Flasche großgezogen. Sie ist beim Forstamt Hanau-Wolfgang angestellt, das den Erlebnis-Wildpark betreibt.

Als im Mai die fünf Wolfswelpen auf die Welt kamen, waren sie zunächst, umsorgt von ihren Eltern, in einer Höhle im Gehege. Erst nach ein paar Wochen sind sie durchs Unterholz getollt und haben dabei sehr drollig ausgesehen. Als dann mit fünf Wochen die erste Impfung samt Geschlechterbestimmung anstand, die der Tierarzt vornahm, wurden die Wolfswelpen kurz von ihren Eltern Leyla und Romulus getrennt. Drei weibliche und zwei männliche Welpen, lautete damals das Untersuchungsergebnis.

Inzwischen ist nur noch einer der Babywölfe in der Fasanerie. Rosi durfte bleiben, die übrigen leben nun im Wildpark Kurpfalz. „Die kleine Rosi zu Gesicht zu bekommen ist aber äußerst schwierig“, weiß Ebel. „Aber die Elterntiere sieht man meist recht gut, von der kleinen Anhöhe aus, die vor dem Gehege aufgeschüttet ist.“ Die Chancen stehen also gut, beim Besuch des Wildparks tatsächlich einem Wolf in die Augen schauen zu können.

Wölfe leben in einem streng hierarchisch aufgebautem Sozialverband, mit dem Alpha-Wolf (Leitwolf) an der Spitze und dem Omega-Wolf am untersten Ende. „Die Rangordnung kann sich aber durchaus auch mal ändern“, so Ebel. Der Kampf um die entsprechende Position wird in Rangordnungskämpfen auch schon mal etwas brutaler entschieden.

Außer Wölfen gibt es in der „Alten Fasanerie“ aber noch eine ganze Menge weiterer Tiere zu sehen. Um die 35 bis 40, vor allem heimische Wildtierarten sind auf dem über 100 Hektar großen Areal angesiedelt; Hirsche, Rehe oder Wildschweine. Vor allem das Dammwild kommt teils ganz nah an den Zaun heran. Insgesamt leben in dem Wildpark um die 350 Tiere.

Seit diesem Jahr neu im Wildpark sind die Fischotter. „Da muss man allerdings wirklich Glück haben. Oder zur Fütterung da sein“, sagt Ebel. Drei Mahlzeiten gibt es für sie in der Regel am Tag – morgens, mittags und abends. Im Wildpark leben aber auch Elche, die sich für gewöhnlich gerne dem Publikum stellen, sowie Wisente und Auerochsen. „Letztere haben kürzlich Nachwuchs bekommen – obwohl sie eigentlich kastriert sind. Das hat wohl nicht so geklappt, da muss der Tierarzt noch mal ran“, sagt die Wildparkbiologin schmunzelnd ob der offenbar doch noch nicht abgeschlossenen Familienplanung.

ÖFFNUNGSZEITEN UND PREISE

Der Wildpark „Alte Fasanerie“ liegt im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim an der Fasaneriestraße 106.

Etwa 650 Parkplätze stehen für die Besucherinnen und Besucher des Wildparks zur Verfügung. Ein einfaches Parkleitsystem erleichtert die Stellplatzsuche, an gut besuchten Tagen helfen zusätzliche Einweiser:innen. Behindertenparkplätze stehen derzeit nur am Eingang 1 zur Verfügung.

Vom 1. Januar bis 28. Februar ist der Park von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Vom 1. März bis 31. Oktober ist die

Fasanerie täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Vom 1. November bis 31. Dezember sind die Öffnungszeiten wie folgt: Montag, Dienstag: 9 bis 17.30 Uhr. Mittwoch: 10 bis 17.30 Uhr. Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen: 9 bis 17.30 Uhr.

Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro, Kinder bezahlen 3,50 Euro. Für Kinder bis einschließlich zwei Jahre ist der Eintritt frei. Die Jahreskarte für Eltern mit Kindern kostet 85 Euro. FR

Ein weiteres Highlight sind die Luchse. Zwar sind mittlerweile alle schon ein wenig älter, doch das hält sie nicht davon ab, durchs Gehege zu streifen und den Besucher:innen einen Blick auf ihre anmutige Gestalt zu gewähren. „Oft liegen sie aber auch einfach nur faul rum, vor allem jetzt, bei der Hitze“, so Ebel. 17 Jahre alt ist das Muttertier inzwischen, der Vater 14, und der Nachwuchs zählt auch bereits zwölf Lenze.

Wenn man nun täglich mit so vielen Tieren zu tun hat, hat man da eigentlich ein Lieblingstier? Dr. Marion Ebel lacht angesichts dieser Frage. „Ja“, sagt sie, „es sind nach wie vor alle Wölfe. Und die Ziegen. Die finde ich auch klasse.“ Letztere leben in der Fasanerie zusammen mit Meerschweinchen, Kaninchen und Gänsen in einem Streichelgehege.

Dort kann man diesen possierlichen Tieren ganz nahe kommen. Ihnen gegenüber leben Wildkatzen, Waschbären und Marderhunde in liebevoll gestalteten, artgerechten Gehegen. Zudem gibt es zahlreiche Vogelvolieren, in denen etwa verschiedene Fasanenarten zu bestaunen sind.

Wer sich intensiver für die Vogelwelt interessiert, kann der auf dem Gelände angesiedelten Falknerei einen Besuch abstatten. Dort finden auch Flugvorführungen statt. Da die Falknerei nicht zum Wildpark gehört, gelten hier unterschiedliche Öffnungszeiten, die auf der Internetseite (falknerei-hanau.de) eingesehen werden können. Es wird ein zusätzlicher Eintrittspreis (5 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Kinder) erhoben.

Im Wildpark selbst bietet das Wildpark-Team eine Vielzahl von Führungen an. Zudem gibt es im vorderen Teil ein Informationszentrum und das Forstmuseum, das Informationen zur Forstgeschichte, zur modernen Waldbewirtschaftung und zu früheren Waldberufen vermittelt. Zudem gibt es Veranstaltungen – unter anderem das beliebte Wolfsheulen. Das aktuelle Programm ist auf der Internetseite des Wildparks www.hessen-forst.de/alte -fasanerie zu finden.

Im Eingangsbereich wird regelmäßig Ponyreiten angeboten. Dort gibt es auch einen Imbiss, weitere sind auf dem Gelände verteilt. Ebenso gibt es Spielbereiche für Kinder. Eigentümer des Wildparks ist das Land Hessen, der Betreiber ist das Forstamt Hanau-Wolfgang. Der „Förderverein Wildpark Alte Fasanerie e. V. Klein-Auheim“ trägt einen großen Teil zur Gestaltung und auch zur Finanzierung bei.

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