Hanau

Alleinerziehende und Migranten in Hanau fördern

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Die Stadt Hanau und die Arbeitsagentur wollen benachteiligten Gruppen bessere Hilfsangebote machen.

In dem von der Stadt Hanau und der Agentur für Arbeit geplanten „Haus rund um das Erwerbsleben“ haben die Partner angekündigt, sich besonders intensiv um erwerbslose Alleinerziehende sowie Migranten zu kümmern. Von insgesamt 6800 Erwerbsfähigen in der 98 000-Einwohner-Stadt, die auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II angewiesen sind, haben nach Angaben der Arbeitsagentur 3400 ausländische Wurzeln, 932 erziehen ohne Partner (Stand: Februar 2019).

Berücksichtigt man, dass etwa jeder zweite Hanauer Migrationshintergrund hat, relativiert sich ihr Anteil. Nichtsdestotrotz sei er hoch, und Alleinerziehende seien in Hanau stärker von Erwerbslosigkeit betroffen als in anderen hessischen Jobcentern, sagt Monika Wendt. Sie hat für die Stadt die Projektleitung für die gemeinsame Einrichtung übernommen, Franziska Naundorf-Frerichs für die Arbeitsagentur. Sie wollen gegensteuern, etwa mit Kinderbetreuungsangeboten, Sprachförderung und Schuldnerberatung. Zudem möchten die Projektleiterinnen ein Jugendjobcenter aufbauen, in dem Arbeitsagentur und Jugendberufshilfe eng zusammenarbeiten. Naundorf-Frerichs will jungen Leuten dadurch „gute Übergänge ermöglichen“.

Das Haus rund um das Erwerbsleben soll 2021 die Arbeit aufnehmen. Voraussetzung ist aber, dass der Landtag dem Plan Hanaus, sich vom Main-Kinzig-Kreis zu lösen, zustimmt. Dann könnte die Stadt weitere Aufgaben selbst übernehmen – wie die Betreuung von Hartz-IV-Beziehern, für die derzeit der Kreis zuständig ist.

Wendt ist an vier Tagen in der Woche noch als Bereichsleiterin im Jobcenter Wetterau tätig, an einem bereits für die Stadt Hanau. Naundorf-Frerichs kümmert sich um ihre neue Herausforderung seit Februar in Vollzeit, zuvor leitete sie das Jobcenter Frankfurt-Ost. Wendt erzählt, an der Aufgabe in Hanau reize sie der Ansatz, in der neuen Einrichtung „kurze Wege für die Betroffenen“ zu schaffen. Naundorf-Frerichs formuliert es ähnlich und fügt hinzu, dass es nicht mehr darum gehe, die Kunden vor allem in Selbstvermarktung zu fördern, sondern ihnen „unterstützende Systeme zu erschließen“. Das Haus, das am Hauptbahnhof neu gebaut wird, soll deshalb unter anderem auch Platz für Bildungsberatung, Wohngeldstelle und VHS bieten.

OB Claus Kaminsky (SPD) versicherte auf FR-Anfrage, die Stadt werde die Synergien nicht nutzen, um in dem Bereich Arbeitsplätze einzusparen. Die Menschen müssten intensiv betreut werden. Dann kämen sie in Arbeit, was sich auch positiv auf die Stadtkasse auswirke.

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