Das Karl-Fuchs-Haus wird ausgeräumt.
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Das Karl-Fuchs-Haus wird ausgeräumt.

Hanau und Gemeindehaus

Abschied vom Karl-Fuchs-Haus

Das sanierungsbedürftige Gemeindehaus der Johanneskirche ist verkauft. Dem ersten Gemeindehaus ist heute eine Andacht gewidmet, zu dem alle Hanauer eingeladen sind. Die bisherigen Nutzer ziehen ins Martin-Luther-Haus um.

Von Ute Grossmann

Es war ihr erstes Gemeindehaus und entstand Anfang der 60er Jahre. Nun trennt sich die Johanneskirchengemeinde vom Karl-Fuchs-Haus. Für heute, 19 Uhr, sind alle Hanauer zu einer Abschiedsandacht eingeladen. „Viele Menschen haben im Karl-Fuchs-Haus Erfahrungen miteinander gesammelt“, sagt Pfarrerin Margit Zahn. Mancher habe hier Flöte spielen gelernt, eine Jugendgruppe besucht oder seine Hochzeit gefeiert.

„Wir möchten den Menschen, die Erinnerungen mit dem Haus verbinden, die Gelegenheit geben, sich zu verabschieden“, sagt Zahn. Gemeinsam werden die Teilnehmer der Andacht in alle Räume gehen, Kerzen anzünden und diese Kerzen später mit ins Martin-Luther-Haus, das zweite Gemeindehaus, nehmen. „So zünden wir auch symbolisch ein Licht an und gehen unter dem Segen Gottes“, erläutert Zahn. „Die Entscheidung, das Karl-Fuchs-Haus zu verkaufen, ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Pfarrerin Zahn. Doch das 50 Jahre alte Gebäude war in einem schlechten Zustand. Eine Sanierung wäre zu teuer geworden. Hinzu kommt, dass nach dem Gebäudebedarfsplan der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck lediglich 330 Quadratmeter für ein Gemeindehaus bezuschusst werden. Das Karl-Fuchs-Haus und auch das Martin-Luther-Haus bieten jeweils etwa 350 Quadratmeter Platz, also zusammen mehr als doppelt so viel, wie der Gemeinde mit ihren 3000 Mitgliedern zustehen würde.

Abriss geplant

Nun werden die Nutzer des Karl-Fuchs-Hauses ins Martin-Luther-Haus umziehen. Dort wird es eng werden. Die einzelnen Gruppen und Aktivitäten müssen gut koordiniert werden, damit alle unterkommen. Einige, etwa die Jugendgruppen, werden in den Turm der Johanneskirche ziehen.
Für die Zukunft überlegt die Gemeinde, auch das 1968 eingeweihte Martin-Luther-Haus aufzugeben und ein kleineres Gebäude direkt an der Johanneskirche zu bauen. In der Kirche fänden ohnehin schon viele Veranstaltungen statt, sagt Pfarrerin Zahn. Die Seniorenweihnacht zum Beispiel, zu der meist an die 120 Gäste kommen. „Für so viele Menschen gibt es weder im Karl-Fuchs- noch im Martin-Luther-Haus einen Raum“, so Zahn.

Das Problem: Die Kirche hat keine Küche. Die könnte in einem Neubau entstehen. Das Karl-Fuchs-Haus wurde in einer Zeit gebaut, in der im umliegenden Musikerviertel viele Eigenheime entstanden. Mit seinem großen Garten entwickelte es sich rasch zum Treffpunkt. Jugendliche und Senioren nutzten es, sowie Singkreis, Musik- und Gymnastikgruppen, Frauenkreis und Kirchenvorstand. Die Ökumenische Telefonseelsorge Main-Kinzig samt Verwaltung und Förderverein war Mieterin. Sie hat inzwischen neue Räume in Langenselbold im evangelischen Gemeindehaus gefunden. Benannt war das Karl-Fuchs-Haus nach zwei Pfarrern, Vater und Sohn, die von 1863 bis 1873 und von 1905 bis 1913 in der Gemeinde wirkten. Das Haus wird zum 1. Oktober an den neuen Eigentümer übergeben. Er will es abreißen und dort zwei Eigenheime errichten.

Abschiedsandacht am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, im Karl-Fuchs-Haus in der Richard-Wagner-Straße.

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