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Unspektakulär wirkt der Laser-Reflektor mit Quarzglas-Prismen aus Hanau, den Buzz Aldrin bei der ersten Mondlandung vor 50 Jahren auf dem Erdtrabanten platziert hat. Dort ist er noch immer in Betrieb.

Apollo-11-Mission

Hanau an erster Mondlandung beteiligt

Hanau und die Mondlandung, das hat so viel miteinander zu tun wie Leberwurst mit Bach-Sonaten? Papperlapapp. Was nur wenige wissen: Der Hanauer Technologiekonzern Heraeus leistete einen wichtigen Beitrag zur legendären Mission von Apollo 11 vor 50 Jahren.

Hanau – Als der Astronaut Neil Armstrong am 20. Juli 1969 den Mond betrat, war das nicht nur ein großer Schritt für die Menschheit, sondern auch für die Wissenschaft. Die Apollo-11-Besatzung platzierte damals auch einen Laserreflektor Made in Hanau auf dem Erdtrabanten. Er ermöglicht die exakte Bestimmung des Abstands zwischen Erde und Mond: durchschnittlich 384.000 Kilometer.

Mondlandung: Quarzglas aus Hanau

Der Reflektor, der aus einem schräg installierten Metallgestell besteht, wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Doch er hat es in sich. Darin befinden sich 100 Tripelprismen aus Hanauer Quarzglas. Sie sehen aus wie Augen. Dank der Tripelprismen schickt der Reflektor Laserstrahlen zur Erde zurück – und das bis heute zuverlässig, heißt es von Heraeus. Das Hightech-Quarzglas trotzt selbst den extremen Bedingungen im Weltraum. Ihm können weder die enormen Temperaturschwankungen auf dem Mond – minus 150 Grad bei Nacht, plus 135 Grad am Tag – noch die aggressive UV-Strahlung etwas anhaben.

Anlässlich des Jubiläums hat Heraeus eine Sonderedition seiner Goldbarren aufgelegt.

Heraeus gilt als einer von wenigen Spezialisten, die Quarzglas in dieser Güte herstellen können. Die Firmenhistorie ist eng mit Quarzglas verbunden. Dem damaligen Chefentwickler Dr. Richard Küch (1860-1915) gelang es 1899 mit der Knallgasgläserbrenner-Technologie mit einer Wasserstoff/Sauerstoffflamme Bergkristall bei 2000 Grad zu schmelzen. Als Ergebnis erhielt er einen Werkstoff mit einzigartigen Eigenschaften: Quarzglas. Dass Quarzglas aus Hanau 70 Jahre später zum Mond fliegen würde, war aber wohl selbst für Erfinder Küch unvorstellbar.

1971 wurden mit den Missionen von Apollo 14 und 15 weitere Laserreflektoren aus Heraeus-Quarzglas auf dem Mond platziert. Sie vermessen die schwankende Eigendrehung des Mondes mit der Laser-Reflexionsmethode.

Apollo 11 ist die bekannteste Weltraum-Mission.

Die Beteiligung an der ersten Mondlandung vor 50 Jahren hat Heraeus zum Anlass genommen, eine Sonderedition seiner Goldbarren aufzulegen. Auf 1969 Exemplare ist die geprägte Goldunze limitiert. Sie zeigt die Landefähre Eagle, die das Quarzglas damals auf die Mondoberfläche brachte.

Den unlimitierten Zwei-Gramm-Barren ziert der wohl berühmteste Fußabdruck der Menschheit, der wohl bis in alle Ewigkeit auf dem Mond verbleiben wird.

Infos: heraeus-gold.de

VON CHRISTIAN SPINDLER

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