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Die Renaissance der Städte ist an Hanau vorbeigegangen. Anders als in anderen Kommunen schrumpft die Bevölkerung seit 2002 um 175 Einwohner im Jahr. Dafür leben überdurchschnittlich viele Menschen mit niedrigem Einkommen in Hanau: 28 Prozent gehören dieser Gruppe an, im Main-Kinzig-Kreis nur 17 Prozent. Viele Erwerbstätige haben keine Ausbildung und weniger Männer und Frauen als in anderen Städten eine Hochschule besucht. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Stadt beim Institut "Wohnen und Umwelt" in Auftrag gegeben hat. Es empfiehlt den Abriss von Hochhäusern wie diesem am Kurt-Schumacher-Platz.
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Die Renaissance der Städte ist an Hanau vorbeigegangen. Anders als in anderen Kommunen schrumpft die Bevölkerung seit 2002 um 175 Einwohner im Jahr. Dafür leben überdurchschnittlich viele Menschen mit niedrigem Einkommen in Hanau: 28 Prozent gehören dieser Gruppe an, im Main-Kinzig-Kreis nur 17 Prozent. Viele Erwerbstätige haben keine Ausbildung und weniger Männer und Frauen als in anderen Städten eine Hochschule besucht. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Stadt beim Institut "Wohnen und Umwelt" in Auftrag gegeben hat. Es empfiehlt den Abriss von Hochhäusern wie diesem am Kurt-Schumacher-Platz.

Neues Gutachten

Hanau fehlt die Mittelschicht

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Der Experte Joachim Kirchner analysiert die Hanauer Wohnviertel. Er zeigt, wo Hanau Einwohner verliert und empfiehlt den Rückbau von Hochhäusern in der Weststadt und im Lanmboy. Von P. Dörhöfer

Die Renaissance der Städte ist an Hanau vorbeigegangen. Anders als in anderen Kommunen schrumpft die Bevölkerung seit 2002 um 175 Einwohner im Jahr.

Dafür leben überdurchschnittlich viele Menschen mit niedrigem Einkommen in Hanau: 28 Prozent gehören dieser Gruppe an, im Main-Kinzig-Kreis nur 17 Prozent. Viele Erwerbstätige haben keine Ausbildung und weniger Männer und Frauen als in anderen Städten eine Hochschule besucht.

Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Stadt beim Institut "Wohnen und Umwelt" in Auftrag gegeben hat. Dessen Verfasser Joachim Kirchner stellte das Papier am Montag den Mitgliedern der Ausschüsse "Struktur und Umwelt" sowie "Frauen, Jugend und Soziales" vor.

Die Expertise soll helfen, die Frage zu klären, ob der Markt in Hanau die frei gewordenen mehr als 1000 Wohnungen der ehemaligen US-Militärflächen in Wolfgang verkraften kann.

Zahl der Haushalte in Hanau steigt

Man könnte annehmen, es bestünde auf keinen Fall ein Bedarf, da die Zahl der Einwohner gesunken ist. Doch die Rechnung geht so nicht auf, erklärt Kirchner. Denn die Summe der Haushalte steigt trotzdem - weil immer weniger Menschen immer mehr Wohnungen beanspruchen: "In 75 Prozent der Haushalte leben heute nur noch ein bis zwei Personen", erklärt Kirchner. Außerdem geht er bis 2020 auch für Hanau von einem leichten Zuwachs an Bevölkerung aus.

Wollen die Hanauer künftig mehr Mittelschicht in ihren Reihen wissen, so muss die Stadt dafür hochwertigen Wohnraum stellen - und an diesem mangele es, sagt der Experte. Die Hälfte aller Häuser stammten noch aus den Jahren zwischen 1949 und 1968, nach 1988 sei dagegen wenig neu gebaut worden.

Für die Zeit bis 2030 prognostiziert Kirchner einen Bedarf an jährlich 194 bis 200 neuen Wohnungen; gefragt seien dabei vor allem drei bis vier Zimmer. In den ehemaligen Housing Areas der Amerikaner sind 2008 rund 1200 Wohnungen mit meist vier und fünf Zimmern sowie rund 40 Einfamilienhäuser frei geworden. Für letztere werden sich Interessenten mittleren und höheren Einkommens finden, ist sich Kirchner sicher.

Auch die Wohnungen der Cardwell-Housing könne man unbesorgt einem privaten Anbieter überlassen. New und Old Argonner müssten umgebaut werden, deshalb sollte die Stadt die Entwicklung dort "nicht auf der Hand geben", rät Kirchner.

Nicht für Verkauf oder Vermietung geeignet sind seiner Ansicht nach die Wohnungen der früheren Pioneer-Kasernen. Auch Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) sorgt sich, das dort ein Brennpunkt entstehen könnte. Aber auch in "älteren Quartieren" müsse "Verslumung" vermieden werden, sagt der Stadtrat, der die Schere zwischen arm und reich weit klaffen sieht.

Experte Kirchner gibt neben der Empfehlung, mehr für die Mittelschicht zu bauen, einen weiteren Rat: die Hochhäuser in der Weststadt und im Lamboy, traditionell problematische Ecken, zurückzubauen.

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