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Glücklich über Bury: OB Kaminsky und Katharina Bott.
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Glücklich über Bury: OB Kaminsky und Katharina Bott.

Hanau erinnert sich an Bury

Schloss Philippsruhe stellt Werke des Porträtmalers aus / Katalog erschienen

Von Anne Lorenc

In der internationalen Kulturszene strebt Hanau einen festen Platz an. Mit der Ausstellung über den hier geborenen und in der Zeichenakademie ausgebildeten Maler Friedrich Bury, die im August im Schloss Philippsruhe eröffnet wird, ziehen die Kultur-Verantwortlichen eine Verbindung zwischen Weimar, wo der Goethe-Freund Bury eine Weile gelebt hat, und Rom. Hier hatten sich der Dichter und der Maler kennengelernt. In beiden Städten werden seine Werke ebenfalls gezeigt. Aber der Impuls kam aus Hanau. Gestern wurde im Schloss Philippsruhe der repräsentative Ausstellungskatalog vorgestellt.

Unter dem großformatigen echten Bury mit dem Titel „Raub der Töchter des Leukippos“, der zum Philippsruher Inventar gehört, trafen sich gestern die Beteiligten um Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Museumsdirektorin Katharina Bechler und die Ausstellungs-Kuratorin Katharina Bott. Sie hatte sich vor fünf Jahren auf die Suche nach dem Spross der Hanauer Goldschmiede-Dynastie Bury gemacht, der es zum gefragten Porträtmaler an diversen Höfen gebracht hatte, aber weitgehend vergessen war.

In mühsamer Detektivarbeit rekonstruierte Katharina Bott Leben und Werk Burys und trug aus Museen und Sammlungen 106 Zeichnungen, Grafiken und Gemälde zusammen, von denen einige als verschollen galten. Ein Teil der Leihgaben kommt vom niederländischen Königshaus. Alle Aspekte des Lebens und der Schaffensphasen finden sich im Katalog.

Wie Bott erläuterte, wurde Bury 1763 in Hanau geboren, erhielt eine erste Ausbildung an der Zeichenakademie. Die nächste wichtige Station war Italien. 17 Jahre lang studierte er hier die alten Meister, kopierte sie und lebte vom Erlös. I7n Rom freundete er sich mit einem Mitglied seiner Künstler-WG an: Johann Wolfgang Goethe. Der sah eine Ähnlichkeit zu Fritz von Stein aus Weimar – und nannte Bury seinen „zweiten Fritz“.

Goethes spätere Versuche, seinen Freund in Weimar zu protegieren, misslangen. Bury ging nach Berlin – und wurde im Umfeld des preußischen Hofes als Porträtist berühmt. Kenner sprechen von „brillanten Bildnissen im Spannungsfeld zwischen Klassizismus und Romantik“. Ein Großteil seiner Werke ist in Weimar beheimatet. Daher wurde die Ausstellung in enger Kooperation des Historischen Museums Schloss Philippsruhe mit der Klassik-Stiftung Weimar konzipiert.

Oberbürgermeister Claus Caminsky verspricht sich von der Ausstellung zum 250. Geburtstag des Malers einen internationalen Ruf Hanaus als Kulturstandort, wie er gestern sagte. Zu Burys Lebzeiten sei Hanau eine blühende Residenzstadt gewesen, und die Ausstellung erinnere an den Glanz jener Zeiten. „Wir holen einen wichtigen Sohn unserer Stadt wieder ins Bewusstsein.“

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