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Pfarrer Werner Giesler, Kirchenvorstand Ulrich Kussmaul und Gartenplanerin Cynthia Nebel begutachten das Terrain.
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Pfarrer Werner Giesler, Kirchenvorstand Ulrich Kussmaul und Gartenplanerin Cynthia Nebel begutachten das Terrain.

Spendensammlung Wehrkirche Karben

Hamlet im Kirchgarten

Die Pfarrgemeinde Sankt Michaelis hat ihr Spendenziel binnen weniger Monate erreicht. Nicht nur die Sanierung der baufälligen Wehrmauer wird damit bezahlt, sondern es soll auch eine Freilichtbühne gebaut werden.

Von Peter Hauff

Die Pfarrgemeinde Sankt Michaelis hat ihr Spendenziel binnen weniger Monate erreicht. Nicht nur die Sanierung der baufälligen Wehrmauer wird damit bezahlt, sondern es soll auch eine Freilichtbühne gebaut werden.

Sein oder nicht sein? Hamlets Grundfrage im gleichnamigen Bühnenstück von William Shakespeare könnten Besucher bald schon im Kirchgarten von Sankt Michaelis hören. Die Spendensammlung zum Erhalt der über 900 Jahre alten Wehrkirche hat binnen weniger Monate das Ziel von 20 000 Euro erreicht. Damit wird nun eine Freiluftbühne gebaut, verriet gestern Kirchenvorsteher Ulrich Kussmaul.

Rund 80 Menschen haben laut evangelischer Kirchengemeinde ihre Geldbeutel geöffnet und Summen zwischen 25 und mehr als 1000 Euro gespendet, so dass nun alle für 2013 geplanten Baumaßnahmen gesichert sind. Noch einmal das Doppelte haben die Landeskirche Hessen Nassau und die Denkmalschutzbehörde drauf gelegt. Insgesamt seien 60 000 Euro zusammen gekommen, ergänzt Pfarrer Werner Giesler: „Den Löwenanteil in Höhe von 40 000 Euro wird die Sanierung unserer baufälligen historischen Wehrmauer kosten.“

Auf dieser Mauer hat während Jahrzehnten eine Eberesche tiefe Wurzeln geschlagen. Sie wird gefällt, weil Experten vorausgesagt haben, dass ihr mächtiger Stamm irgendwann von selbst kippen würde. Die einzelnen Klinker der Wehrmauer müssen umständlich abgebaut und wieder instand gesetzt werden. Gartengestalterin Cynthia Nebel aus Karben hat im Auftrag der Pfarrgemeinde ein Konzept für die Freilichtbühne vorgelegt. Eine Parade aus zwölf Hainbuchen und Bodenstrahlern sollen das historische Gemäuer in Szene bringen. Auch Taufen und Hochzeiten unter freiem Himmel werden dort möglich.

Alte Heizung muss noch durchhalten

Zuvor hatte eine Initiative die Ideen von Gemeindemitgliedern und Bürgern gesammelt. Auf der Projektliste stand auch der Kirchgarten. Erfolgreich restauriert wurde in diesem Jahr schon die Empore im Inneren der Kirche. In die hölzernen Stützen hatte sich der Hausschwamm gefressen. Die tragenden Elemente sind jetzt saniert. Die hohe Luftfeuchtigkeit setzt auch der Orgel zu. Die alte Heizung im Keller müsse noch eine Weile durchhalten, sagt Kirchenvorsteher Kussmaul, eine neue sei nicht finanzierbar.

Einmalig ist nicht nur der Grundriss der Kirche, der einem griechischen Kreuz mit vier gleich langen Schenkeln gleicht. Auch die Nutzung als Wehrkirche ist an der Mauer sowie Weihekreuzen zu erkennen. Im Dreißigjährigen Krieg sei die Kirche eine Zuflucht für Bürger gewesen, heißt es.

Welche Stücke aus Karbens bewegter Stadtgeschichte, aus der Bibel oder der modernen Lebenswelt junger Konfirmanden im Kirchgarten aufgeführt werden, steht nicht fest. Theatergruppen jeder Art seien willkommen, sagt Pfarrer Werner Giesler.

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