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„Hallo? Gehts noch?“

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I am Love: Raverin beim Techno-Festival in Hanau
I am Love: Raverin beim Techno-Festival in Hanau © Monika Müller

Die Debatte um den Love Family Park in den Mainwiesen bringt den Hanauer Grünen jetzt auch im eigenen Lager Ärger ein. Daniel Mack aus der Kreistagsfraktion liest seinen Kollegen via Twitter die Leviten.

Von Alexander Polaschek

Hanauer Grüne sind gegen „Love Family Park“! Hallo? Gehts noch? Ich gehe da seit 8 Jahren im Sommer feiern & Spaß haben!!“ So macht Daniel Mack, Vize-Chef der Grünen Kreistagsfraktion, im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter seinem Ärger über die Hanauer Parteifreunde Luft.

Mit ihrer Forderung, dass das Techno-Festival „Love Family Park“ aus dem Landschaftsschutzgebiet Mainwiesen verschwinden solle, erntet die Öko-Partei nachhaltig Protest. Der kommt nun auch aus dem eigenen politischen Lager. Der Bad Orber Mack (24) zeigte sich im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau bestürzt, dass seine Partei in Hanau der Jungen Union eine Vorlage bietet, sich als fortschrittliche Verteidigerin der Jugendkultur zu profilieren. „Ich erhalte Anrufe von Leuten, die die Grünen nicht mehr wählen wollen, weil sie gegen das Festival seien.“

Zwar betonen die Hanauer Grünen, sie wendeten sich nicht gegen das Festival an sich. Aber sie verlangen in ihrem Wahlprogramm einen anderen Standort, da die Kinzigaue ein Landschaftsschutzgebiet sei und Fauna und Flora dort vor Belastungen zu bewahren seien. Ein alternativer Platz für das Raver-Spektakel ist jedoch in Hanau nicht in Sicht. Bastian Zander, Chef der Hanauer Jungen Union, warnte deshalb, der mögliche Wegzug eines „Kulturgutes“ werde provoziert.

„Der Love Family Park ist die Mutter aller Sonntags-Open-Air Festivals der elektronischen Musikszene“, gibt Mack seinen Parteifreunden zu bedenken. „Während sich 1996 gerade um die 800 Gäste im kleineren Dunlop-Park versammelt haben, kommen heute an jedem ersten Juli-Sonntag 20000 Menschen aus ganz Europa zusammen, um gemeinsam bei verlässlich strahlendem Sonnenschein, liebevoller Deko und einem Line-Up der Extraklasse friedlich zu feiern.“ Festivals wie dieses hätten auch „eine enorm hohe wirtschaftliche Relevanz“.

Auch sei es „eine willkommene Gelegenheit für Künstler und Gruppen aus der Region, um vor bekannten Acts aufzutreten“. Elektronische Musik sei „keine Antibewegung zur Spießergesellschaft, sondern eine Alternative“. Sie „ist weder rassistisch noch ausgrenzend, sondern nach allen Seiten hin offen“, wirbt Mack.

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