Hanau/Main-Kinzig

Gute Aussichten für den Industriestandort

IHK sieht wachsende Zahl von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich positiv

Von Christoph Süß

Die Industrie in Hanau und dem übrigen Main-Kinzig-Kreis steht gut da und muss vor der Zukunft keine Angst haben. Das geht aus der neuesten Industrie-Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern hervor. Zum dritten Mal nach 2000 und 2005 stellte die IHK diese gestern an ihrem angestammten Sitz am Pedro-Jung-Park in Hanau vor.

Die größte Stadt im Kreis ist nach wie vor mit Abstand der wichtigste Industriestandort: Fast ein Viertel aller Betriebe hat in Hanau seinen Sitz. Maintal (11 Prozent) und Gelnhausen (acht Prozent) sind der zweit- und drittgrößte Standort. Doch auch die vielen kleinen Gemeinden im bevölkerungsreichsten hessischen Landkreis beherbergen zahlreiche Unternehmen.

„Die Industrie ist nach wie vor sehr prägend in unserer Region“, sagte Hauptgeschäftsführer Hartwig Rohde. Er vermeldete eine interessante Zahl: Durch den Umzug der Ex-Degussa-Verwaltung von Frankfurt nach Hanau kommt mittlerweile ein Fünftel aller hessischen Exporte aus dem Main-Kinzig-Kreis. Rohde mahnte jedoch zur Vorsicht. Solche Zahlen seien rein rechnerischer Natur und mit Vorsicht zu genießen.

Ein weiterer Trend lässt sich aus der Statistik ablesen, der auf den ersten Blick auf einen Bedeutungsverlust der Industrie hindeutet, auf den zweiten laut IHK jedoch nicht überzubewerten sei. „Produktion und Dienstleistungen werden immer mehr verzahnt“, so IHK-Chef Rohde. So würden Arbeitsplätze, die früher der Industrie zugerechnet wurden, heute dem Dienstleistungsbereich zugeordnet.

So erklärt sich, dass Mitte 2010 nur noch weniger als 40000 Menschen im Kreis in der Industrie arbeiteten, während dies vor zehn Jahren noch rund 46000 waren. Damit arbeiten heute auch zwischen Hanau und Schlüchtern die meisten Menschen im Dienstleistungssektor, obwohl der Kreis nach wie vor stark industriell geprägt ist. „Ohne die Industrie gäbe es viele Dienstleistungen nicht“, verdeutlicht Rohde. Die Bruttowertschöpfung im Kreis erfolgt nach wie vor zu fast einem Viertel in der Industrie, während sie im übrigen Rhein-Main-Gebiet nur gut 15 Prozent ausmacht.

Der mit Abstand wichtigste Standortfaktor für die Industrieunternehmen im Kreis ist laut einer IHK-Umfrage die gute überregionale Verkehrsanbindung. Die Höhe der Gewerbesteuer und anderer Abgaben hat hingegen weniger Einfluss auf Standortentscheidungen. Überraschend in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Firmen die Effizienz der Behörden und die Wirtschafts-freundlichkeit der Kommunen loben. „Sollte die Politik weiter so positiv mitwirken, sind die Perspektiven gut“, folgert Rohde.

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