Turngemeinde Hanau

Ausstellung zum TGH-Jubiläum abgesagt

Ex-OB Margret Härtel hat wenige Wochen vor Beginn der 175-Jahr-Feiern die Reißleine gezogen

Von Christoph Süß

Das ist eine ganz normale Angelegenheit“, beschwichtigt Margret Härtel. Die Präsidentin des Fördervereins zum 175-jährigen Jubiläum der Turngemeinde Hanau (TGH) hat wenige Wochen vor Beginn des von ihr geplanten Veranstaltungsreigens die zentrale Ausstellung über die Rolle der Hanauer Turner in der deutschen Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts abgesagt. Hanaus Ex-Oberbürgermeisterin war es laut eigener Aussage bis zum Jahreswechsel nicht gelungen, die aufwendige Schau zu finanzieren.

„175 Jahre für Demokratie und Sport“ sollte von Mai bis September in Schloss Philippsruhe gezeigt werden. Zwischen 300000 und 400000 Euro hätte die Schau gekostet. Die Stadt und die Sparkasse hatten Fördermittel in Aussicht gestellt, doch unter dem Strich wäre das finanzielle Restrisiko für den Verein zu groß gewesen, befand Härtel. Um halbwegs auf die Kosten zu kommen, wären 50000 Besucher nötig gewesen. Dies sei unrealistisch. Deshalb habe der Förderverein die Reißleine gezogen.

Wie groß ihr Budget für die zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ist, konnte Härtel aus dem Stegreif nicht sagen. Vom TGH-Vereinsvorstand war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch bei der Stadt, die finanzielle Hilfe zugesagt hat, konnte niemand Auskunft über deren Höhe geben. Von der Sparkasse hieß es nur, sie habe mit dem Verein ein ganzes Sponsoring-Paket abgeschlossen. Zur Höhe wollte sie sich nicht äußern.

Die Zuschüsse, die die TGH für die Ausstellung erhalten sollte, hat Härtel nach eigener Aussage bereits zurücküberwiesen oder gestoppt. Die beteiligten Historiker hätten nur ihre Fahrtkosten in Rechnung gestellt. Sie blieben zudem der TGH für ihre Chronik und alle Veranstaltungen erhalten. Prominentester Experte ist Guido Knopp. Dieser werde bei der Akademischen Feier am 24. Februar über die Bedeutung der Turnerbewegung referieren.

Ein Großteil der städtischen Förderung wird laut Härtel für die Nutzung des Congress Parks Hanau (CPH) verwendet. Diese Zuschüsse seien nicht projektbezogen. In den kommenden Tagen werde sie der Stadt eine Liste mit den Kosten vorlegen. „Wir haben uns etwas vorgenommen, was nicht zu stemmen war“, sagt sie.

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