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Der Grusel-Experte

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Der Schauspieler Dominic Raacke, dem Fernsehpublikum als Berliner "Tatort"-Kommissar bekannt, hat ihn seiner früheren Schule, der Hanauer Hohen Landesschule (HoLa) Kindern aus der Jahrgangsstufe fünf das Märchen "Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen" vorgelesen.
Der Schauspieler Dominic Raacke, dem Fernsehpublikum als Berliner "Tatort"-Kommissar bekannt, hat ihn seiner früheren Schule, der Hanauer Hohen Landesschule (HoLa) Kindern aus der Jahrgangsstufe fünf das Märchen "Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen" vorgelesen. © ddp

Der Schauspieler Dominic Raacke ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt - als einer von bundesweit 7800 Vorlesern. Der Tatort-Kommissar, gebürtiger Hanauer, machte 1977 an der HoLa Abitur.

Von Andreas Zitzmann

"Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" - wer ist wohl geeigneter, dieses Grimm'sche Märchen vorzulesen, als einer, der quasi beruflich mit allen Grässlichkeiten dieser Welt zu tun hat. Der Schauspieler Dominic Raacke, dem Fernsehpublikum als Berliner "Tatort"-Kommissar bekannt, besuchte die Hohe Landesschule (HoLa), um Kindern aus der Jahrgangsstufe fünf dieses Märchen vorzutragen.

Anlass dafür war der "Bundesweite Vorlesetag", initiiert von der Zeit und der Stiftung Lesen: Prominente und Nicht-Prominente lesen vor, um mehr Freude am Selberlesen zu wecken. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 7800 Vorleser, die über 200.000 Zuhörer hatten.

Raacke hat einen engen Bezug zu Stadt und Schule: Er wurde 1958 in Hanau geboren und machte 1977 an der HoLa sein Abitur - "mit einem Notenschnitt von 3,2", wie er sich gelassen erinnert. Damals noch im alten Schulgebäude in der Innenstadt, in dem heute die psychiatrische Klinik untergebracht ist. Den Neubau am Alten Rückinger Weg kannte er bis gestern noch nicht.

Auf jeden Fall hat der Schauspieler schon damals offensichtlich den richtigen Weg eingeschlagen: In der - nach wie vor aktiven - Hola-Theatergruppe von Erland Schneck-Holze wurde wohl der Grundstein für Raackes Karriere gelegt.

Atemlose Spannung

Turnschuhe, Jeans, kariertes Hemd, vor ihm gut zwei Dutzend Elf- bis Zwölfjährige, die es sich auf dem Teppichboden in einer der Mediatheken bequem gemacht haben: Ein Schauspieler weiß, wie man auch altmodische Texte wirkungsvoll vortragen kann. Das Märchen vom furchtlosen jungen Mann, der das Grauen kennenlernen möchte, fasziniert die Kinder ganz offensichtlich auch heute noch.

Mucksmäuschenstill war es, bis Raacke zum - natürlich guten - Ende nicht nur vorgelesen hatte, sondern auch dramatisch darstellte, wie etwa nächtens die Ehefrau einen Eimer mit kleinen Fischen über den schlafenden Gatten kippt: Das gruselte ungemein.

"Gruseln ist gut", meinte anschließend einer der Fünftklässler lapidar auf die Frage Raackes, wie es denn heute so mit Angst und Furcht aussieht. Und wo gruselt man sich? Klassisch im dunklen Keller. Oder natürlich bei einschlägigen Kindersendungen im Fernsehen. Sind die Elfjährigen heute nicht schon zu alt für die Grimm'schen Märchen? Peter Ruth, an der Schule auch zuständig für die Leseförderung, verneint die Frage: "So abgeklärt sind sie noch nicht."

Sie wissen aber trotzdem, wer Dominic Raacke ist: Das Gruppenfoto ist unabdingbar und natürlich eine unterschriebene Autogrammkarte für jeden: "Das kommt in meinem Zimmer an die Pinnwand."

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