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Gründau

Gründau: Neues Gutachten zu Fliegenplage

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Ein neues Gutachten zur Fliegenplage in Gründau erkennt gleich eine „Kette von Ursachen“. Das Kompostwerk und die Biotonnen müssen häufiger gereinigt werden.

Das neue Gutachten nennt sehr viele gute Ansätze. Wir sind damit auf einem guten Weg“, sagt Andreas Sonnenschein, Gründer der Bürgerinitiative Fliegenplage Gründau. Auf Betreiben der BI beschloss die Gemeindevertretung 2020 einstimmig, ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben, weil die erste Expertise nach Auffassung der BI die Hauptursache zu sehr bei den Bürgern sah. Am Rand der knapp 15 000-Einwohner-Kommune befindet sich in 600 Meter Entfernung seit rund 30 Jahren ein Kompostierwerk. Aber nicht nur das soll künftig stärker in die Pflicht genommen werden, auch die Gründauer:innen selbst und Bürger:innen der anderen Kommunen, die ihre braune Tonne im Ortsteil Lieblos entsorgen lassen.

Seit Jahren gibt es Schwärme von Stubenfliegen in einem Ausmaß, dass in den Ortsteilen Lieblos sowie zum Teil in Niedergründau und Rothenbergen etwa ein Aufenthalt im Garten zum Essen unmöglich ist, berichten Bewohner:innen. Wer Haus oder Wohnung nicht fliegendicht bekommt, hat das Insekt in Massen in den Räumen.

2017 machten die Betroffenen mit einer Online-Petition Druck auf die Verantwortlichen in Rathaus, Landratsamt und Kompostwerk. „Wegen des schlechten Wetters haben wir aktuell vor den Fliegen Ruhe, aber nach einigen Hitzetagen kann sich das wieder ändern“, sagt Sonnenschein.

Die Münchener Biologin Eva Scholl hat für das Gutachten eine Vielzahl an potenziellen Geburtsorten für Stubenfliegen festgestellt, vom Hundekot und Misthaufen in den zwei Reitstätten über Biotonnen in der Gemeinde bis zur Kompostanlage. In der Expertise werde darauf hingewiesen, „dass es nicht die eine Ursache gibt, sondern eine Kette von Ursachen“, so die Mitteilung aus dem Rathaus. Im Zentrum der Ursachenbehebung stehen jedoch Kompostwerk und die Biotonnen. Die Maßnahmenliste nennt etwa Tonne reinigen nach der Leerung, Deckel dicht schließen, keine nassen Küchenabfälle hineinwerfen. Deren Gestank lockt die Fliegenweibchen zur Eiablage an.

Fliegenbrut in Plastiktüten

Ideal für die Fliegenbrut seien mutmaßlich auch biologisch-abbaubare Mülltüten. Das feucht-warme Mikroklima im Beutel forciere die Entwicklung vom Ei zur Made, so Scholl. Nur acht Tage dauert es dann bis zur fertigen Fliege. Wie Scholl in dem Gutachten von einem Ortstermin im Kompostwerk berichtet, habe eine Ladung Biomüll aus Wächtersbach „überwiegend aus verknoteten Plastiktüten“ bestanden. Eine Schar von rund einhundert Vögeln, darunter auch Störche, habe sich sofort darüber hergemacht, die Tüten aufgerissen - und Fliegen herausgelassen. Fünf Kommunen lassen ihren Biomüll in Gründau entsorgen, darunter zwei, die die braune Tonne nur alle zwei Wochen leeren lassen. Laut Gutachterin muss dort eine Umstellung auf wöchentlich erfolgen.

Das müssen aber die jeweiligen Parlamente entscheiden, denn es geht auch um höhere Müllgebühren. Auf Anfrage teilt das Landratsamt mit, dass der Kreis bei den Kommunen nur darauf hinwirken könne, mehr sei nicht möglich.

Auch im Kompostwerk soll es etliche Maßnahmen geben. Ganz oben auf der Liste steht die häufige Reinigung von Anlagenteilen und Abfuhrfahrzeugen. Der neue Betreiber, Reterra, kooperiere gut und habe schon einiges auf den Weg gebracht, etwa die vermehrte Beigabe von Grünschnitt, so die BI. Biologin Scholl rät zudem zu einem Monitoring und auf Indikatoren zu achten, um früh zu handeln. Zum Melden von Brutstätten seien sogar Kinder „unbedingt mit einzubeziehen“, rät sie.

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