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Erneuerbare Energien

Großkrotzenburg: Fernwärme klimafreundlich erzeugen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Gemeindewerke wollen mindestens 55 Prozent „grüne“ Energie nutzen.

Die Gemeindewerke Großkrotzenburg planen, Fernwärme künftig selbst zu produzieren. Laut Geschäftsführer Horst Prey soll dabei die Wärme mindestens zu 55 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Prey spricht von einem „einmaligen Vorhaben in der Region“. Eine Machbarkeitsstudie wurde jetzt in Auftrag gegeben.

Zurzeit kommt die Fernwärme als Abfallprodukt vom Großkraftwerk Staudinger, das auf der Gemeindegemarkung steht. Wegen des vom Bund beschlossenen Kohleausstiegs bis 2038 soll laut Betreiberunternehmen Uniper der Kohleblock vorzeitig, spätestens Ende 2025, abgeschaltet werden. Staudinger versorgt aktuell auch die Stadt Hanau mit Fernwärme, die mit einem avisierten Blockheizkraftwerk auf einem alten Kasernengelände einen eigenen Weg einschlägt. „Der Beschluss des Aufsichtsrats lautete, so viel erneuerbare Energien zu nutzen wie es geht“, berichtet Prey. Dies sei mit Preisstabilität über die kommenden Jahre und Klimaschutz begründet worden. Mit der „grünen“ Technik würden pro Jahr rund 9000 Tonnen weniger Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangen.

A llerdings können die Gemeindewerke dabei nicht auf eine Energiequelle setzen. So wird auf der ehemaligen Granulathalde von Staudinger eine Solarthermie-Anlage mit einer Fläche von 1,5 Hektar installiert. Zudem zapft eine Wärmepumpe die Wärme aus dem Main-Wasser an. Hierbei wird ebenfalls die Infrastrdenuktur von Staudinger genutzt. „Ein saisonaler Wärmespeicher bildet das Herzstück, das die in den warmen Monaten gewonnene Energie mindestens bis November in das Netz speist“, sagt Prey. Für die Geländenutzung ist laut Angaben des Gemeindewerkechef ein Reservierungsvertrag mit Uniper abgeschlossen worden.

Zukunft Staudinger

Das Großkraftwerk Staudinger, ging 1965 in Betrieb und besteht aus einem Gas- und vier Kohleblöcke. Es laufen nur noch Block 4 (Gas) und 5 (Kohle).

Block 4 und 5 sollen bis Ende 2025 stillgelegt werden, wenn die Bundesnetzagentur dies zulässt.

Der Abriss der Altanlagen soll laut Uniper sukzessiv erfolgen, um Platz für Rechenzentren, Energiegewinnung etwa aus Gasmotoren oder Wasserstofftechnik zu schaffen. sun

D en Status der ostwestfälischen Energiemustergemeinde Dörentrup, das seit Jahren mit Photovoltaik, Biogasanlagen und Windkraft mehr Energie erzeugt als es selbst verbraucht, wird das mit gut 7500 Einwohnern etwas kleinere Großkrotzenburg allein bei der Fernwärme nicht erzielen können. Laut Prey ist „die Wärme aus erneuerbare Energie ausreichend, um die Grundlast zu sichern. In den Spitzenzeiten und Wintermonaten ist das Hinzuschalten etwa eines gasbetriebenen Blockheizwerks nötig“.

D ie Marke von 55 Prozent erneuerbare Energie gilt es auch zu meistern, um Geld aus dem Förderprogramm Wärmenetz 4.0 des Bundes zu erhalten. Die Realisierung des Konzepts kostet die Gemeindewerke rund 26 Millionen Euro, davon würde der Bund 50 Prozent übernehmen. Sollte die Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis kommen, dass der technische Aufwand und damit die Kosten deutlich höher ausfallen als geschätzt, könnte laut Prey ein reduziertes Konzept mit weniger Anteilen erneuerbarer Energie Anwendung finden.

D as Konzept sei bereits von einem Gutachter geprüft worden. Allerdings würde der Bau dann geringer bezuschusst und nicht aus dem Bundesprogramm, heißt es. Laut Prey sei als dritte Option eine Anbindung an die künftige Fernwärmeerzeugung der Hanauer Stadtwerke noch nicht vom Tisch. „Wir stehen weiterhin in Kontakt“.

G leich welches Konzept zum Zuge kommt, die Investition wird sich im Tarif niederschlagen. Immerhin entstünden Fernwärmebeziehern außer einmaligen Anschlusskosten keine weiteren Ausgaben etwa für die Wartung, bemerkt Prey. Beim Tarif seien die Gemeindewerke nahezu gleichauf zur Gasheizung. Rund 700 Fernwärmeabnehmer werden versorgt. Der Anschluss an Staudinger besteht seit 1988. Damals war das Heizwerk des Hallenbads defekt, das ebenso kommunale Gebäude mit Wärme belieferte. Statt einer teuren Instandsetzung und weiterhin auf Öl zu setzen, entschloss man sich, die Wärme von Staudinger zu nutzen, wie es Hanau bereits Mitte der 1960er Jahre tut. Laut Prey decke die Fernwärme mittlerweile 65 Prozent des Bedarfs Die Akzeptanz sei gut. In Neubaugebieten werde daher immer eine Zuleitung gelegt.

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