Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Großkrotzenburg wird dominiert vom Kraftwerk Staudinger. Bild: Monika Müller
+
Großkrotzenburg wird dominiert vom Kraftwerk Staudinger. Bild: Monika Müller

Nach Resolution der Gemeindevertretung

Großkrotzenburg: Bürgermeister lenkt ein

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Der Großkrotzenburger Bürgermeister Thorsten Bauroth zieht seinen Widerspruch gegen die gegen ihn gerichtete Resolution der Gemeindevertretung zurück

Mitte Juli geschah etwas für die Gemeindevertretung Großkrotzenburgs Ungewöhnliches. Es herrschte Einstimmigkeit — allerdings in einer für Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) weniger angenehmen Angelegenheit. In einer gemeinsamen Resolution forderten SPD, CDU, FDP, Krotzebojer Grüne und die Wählergruppierung Initiative, dass der Verwaltungschef seiner Arbeit entsprechend dem Amtseid nachkommen solle. Bauroth wird in der Resolution vorgehalten, etwa 60 beschlossene Anträge nicht umgesetzt und bei der Stellenbesetzung den Gemeindevorstand übergangen zu haben.

Bauroth reagierte aus dem Urlaub auf die Resolution mit einem Widerspruch, um die Fristen für eine mögliche rechtliche Prüfung zu wahren. Nach rund sechs Wochen zieht er nun seinen Widerspruch zurück.

„In erster Linie verwahre ich mich gegen die mit der Resolution getroffene Feststellung, ich hätte mehrere Rechtsverstöße begangen“, teilt Bauroth auf Anfrage der FR mit. Dass er nunmehr einen Rückzieher mache, sei keinem besonderen Ereignis geschuldet und erfolge zudem „ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage“. Auch sei damit kein Eingeständnis der Vorwürfe verbunden. „Mir geht es darum, dass wir alle unsere Energie doch eigentlich auf eine sachgerechte und zielgerichtete Arbeit im Sinne des Wohls unserer Gemeinde ausrichten sollen“, sagt er.

„Die Rücknahme des Widerspruchs zeigt, dass es keine rechtlichen und inhaltlichen Einwände gegen die Vielzahl der kritischen Anmerkungen zur bisherigen Amtsführung des Bürgermeisters gibt, die die einstimmig beschlossene Resolution enthält“, heißt es in der Reaktion der Fraktionen. In dem Schreiben bezeichnen es die Fraktionsspitzen als „äußerst erfreulich, dass der Bürgermeister angekündigt hat, das Verhältnis zur Gemeindevertretung nicht weiter zu belasten“. Man gibt sich nun der Hoffnung hin, „dass der Bürgermeister die vielen Versäumnisse und Unterlassungen jetzt schrittweise aufarbeitet und die noch nicht erfüllten Zusagen schnell erledigt“.

Dass die Fraktionsallianz die Rücknahme seines Widerspruchs mit der Stellungnahme öffentlich „derart ausschlachtet“, sieht Bauroth als ein „ganz klares Signal dahin, dass man zu einer konstruktiven Zusammenarbeit (...) gar nicht bereit ist“.

„Bislang ist das Problem unverändert“, sagt SPD-Fraktionschef Uwe Bretthauer auf Anfrage. Die im Frühjahr beschlossenen Luftreiniger für Kitas zum Beispiel seien immer noch nicht angeschafft, sagt er. Bauroth entgegnet, es seien Angebote verglichen worden, zudem habe es eine Verzögerung bei der Bedarfsermittlung gegeben. Der Gemeindevorstand habe dieser Tage die Anschaffung freigegeben.

Keine „grundlegende Besserung“ sieht auch die FDP, die auf ihrer Website dennoch für einen Friedensschluss wirbt, notfalls per Mediationsverfahren. Auch die Gemeindevertretung habe Fehler gemacht, etwa mit „zu vielen unkonkreten und teilweise überflüssigen Anträgen“, heißt es.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare