Erneut zum Hanauer CDU-Chef gewählt: Joachim Stamm.
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Erneut zum Hanauer CDU-Chef gewählt: Joachim Stamm.

CDU Hanau

Große Zustimmung für CDU-Chef Stamm

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Die Kritik einiger Mitglieder schlägt sich nicht im Wahlergebnis nieder.

Der neue Vorstand der CDU Hanau besteht im Wesentlichen aus dem alten. Vorsitzender Jochen Stamm wurde am Freitagabend mit sehr wenigen Gegenstimmen in seinem Amt bestätigt, ebenso seine Stellvertreter Karl-Heinz Dehler, Monika Klosson und Isabelle Münch. Ihnen zur Seite wurden sieben Beisitzerinnen und Beisitzer gewählt, einen achten will der Vorstand noch kooptieren.

Zwar fielen die Wahlergebnisse sehr eindeutig aus, zuvor hatten aber vier Redner die Oppositionsarbeit von Stamm und Fraktionschef Dieter Hog kritisiert. Den Anfang machte Landtagsabgeordneter Aloys Lenz in seinem Grußwort. „Die CDU ist erstarrt“, sagte Lenz und forderte unter Beifall, „so schnell wie möglich eine Kehrtwende einzuleiten“ und zum Beispiel mehr Pressemitteilungen zu veröffentlichen. Es sei die Aufgabe der CDU als Opposition „die Arroganz der Macht im Rathaus, bis hin zur Kumpanei mit den Republikanern, aufzudecken“.

Neue Themen gefordert

Klare Worte fand auch der ehemalige Stadtrat und einstige Fraktionsvorsitzende Rolf Frodl. Ihn störte besonders, dass Stamm und Hog in ihren kurzen Reden nicht gesagt hatten, wie genau die CDU in den nächsten Jahren arbeiten und in die Wahlkämpfe für die Wahl des Oberbürgermeisters in 2015 und die Stadtverordnetenversammlung in 2016 gehen wollen. „Da muss Butter bei die Fische“, forderte Frodl.

Hog hatte zuvor erklärt, dass die Fraktion auf ihrer Klausurtagung kürzlich zwar „einen Kompass entwickelt“ habe, wie sie wieder „die stärkste politische Kraft in Hanau“ werden könne. Allerdings werde er „nicht öffentlich erklären, was wir vorhaben“.

Das ärgerte auch Rolf Diesel vom Ortsverein Kesselstadt. Er vermisste „die Öffnung der CDU nach außen“. Und Magistratsmitglied Franz Ott zählte Themen auf, denen sich die CDU mehr widmen sollte: Die Überprüfung der Versprechungen im Stadtumbau, die Tatsache, dass Hanau es nicht geschafft habe, den Vertrag für den Rettungsschirm zu erfüllen, die Stärkung der Stadtteile.

Vorsitzender Stamm verwies auf die Arbeit der vergangenen Jahre: Den Anstoß für das Bürgerbegehren für den vierten Stadtrat und die Wahlkämpfe. Hog und Stamm betonten mehrmals, dass „Fraktion und Partei vertrauensvoll Hand in Hand zusammenarbeiten“. Bis vor zwei Jahren, als Stamm erstmals gewählt worden war, hatten sich CDU-Mitglieder in heftige Grabenkämpfe verstrickt.

Für die Zukunft kündigte Stamm an, dass sich die Partei zum Beispiel für die Einzelhändler in der Innenstadt engagieren wolle. In Richtung der Kritiker sagte Stamm, dass es zu früh sei, sich schon jetzt mit Strategien oder einem Namen für die Wahl des Oberbürgermeisters an die Öffentlichkeit zu wagen: „Wer zu früh ans Licht geht, verbrennt.“

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