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Marius Schneider als Zauberlehrling in „Es war einmal“ bei den Brüder-Grimm-Festspielen.
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Marius Schneider als Zauberlehrling in „Es war einmal“ bei den Brüder-Grimm-Festspielen.

Tourismus

Grimms und Grün

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Hanau will mehr Touristen anziehen. Deshalb hat sich die Stadt Kombi-Angebote und einen neuen Veranstaltungskalender ausgedacht. Die Hanauer hoffen zudem, dass der Stadtumbau den Tourismus anschieben wird.

Facettenreich – das ist Hanau in den Augen von Martin Hoppe. „Wer Lust auf ländliches Flair hat, wird in Mittelbuchen fündig. Wer Kultur sehen will, kann aus neun – ganz verschiedenen – Museen wählen. Wer es urban mag, kann durch die Innenstadt bummeln“, sagt der Fachbereichsleiter für Kultur, Stadtidentität sowie internationale Beziehungen.

Das Statistische Landesamt zählte 2009 in Hanau 133.000 Übernachtungen, im Jahr darauf gab es einen deutlichen Anstieg auf 151.000. Seitdem ging es leicht bergab: auf 149.500 in 2011 und 148.000 in 2013. Bei der Zahl der Gäste lag Hanau mit 68.000 in 2013 kreisweit an der Spitze, gefolgt von Bad Orb (57.000) und Bad Soden-Salmünster (46.000).

Hoppe, der seit März im Amt ist, will in Zukunft mehr Übernachtungs- und Tagesgäste nach Hanau locken. Gelingen soll dies laut Hoppe vor allem, indem der Facettenreichtum besser zur Geltung gebracht wird: „Wir müssen noch intensiver für unsere Vorzüge werben: die Tradition als Brüder-Grimm-Stadt, den Kurpark, Schloss Philippsruhe mit dem Amphitheater, die mehr als 1000 Veranstaltungen jährlich oder das Naturschutzgebiet Campo Pond und den Grünen Ring.“

Um „die Stärken zu stärken“ will Hoppe zunächst den Online-Veranstaltungskalender überarbeiten: Er will ihn übersichtlicher gestalten, nach Sparten ordnen und mehr Nutzer darauf aufmerksam machen. Darüber hinaus soll es mehr Kombi-Angebote für Touristen geben: „Wir müssen es hinkriegen, dass möglichst viele Besucher des Historischen Museums nicht danach nach Hause fahren, sondern die Innenstadt aufsuchen.“ Raum für Verbesserungen sieht Hoppe auch bei der Ansprache von Geschäftsreisenden. Die zahlreichen Kooperationen, etwa im Arbeitskreis Tourismus Frankfurt Rhein-Main, sollen intensiviert werden, um mehr Werbung für die Stadt zu ermöglichen. Aus Kostengründen verzichtet die Stadt zum Beispiel weitgehend auf eigene Stände bei Messen.

Hoppe ist sicher, dass der Stadtumbau dem Tourismus einen großen Schub geben werde: „Die Aufenthaltsqualität wird sich deutlich verbessern und für gute Mundpropaganda sorgen. Beispielsweise werden Kinobesucher eher die Gastronomie auf dem Marktplatz nutzen.“ Außerdem ist Hoppe davon überzeugt, dass die 6000 Quadratmeter große Bibliothek im Forum Hanau „in Besuchermagnet“ wird.

Eine bevorzugte Zielgruppe habe die Stadt nicht: „Wir wollen alle erreichen: jung und alt, aus der Region und aus der Ferne“, sagt Hoppe. Allerdings gibt es Gruppen, die die Stadt stärker anzieht, zumindest bislang: Die Gruppe der 50- bis 60-Jährigen aus der Region – was jedoch, so Hoppe, kein Hanauer Phänomen sei. Diese Generation habe in der Regel einfach genug Geld und Zeit, um zu reisen. Darüber hinaus kämen viele Asiaten nach Hanau, weil sie die Deutsche Märchenstraße erkunden wollten. Und viele Radfahrer. Hier profitiert Hanau davon, dass viele beliebte Routen durch die Stadt führen, etwa der Bahnradweg.

Der Main-Kinzig-Kreis hat Ende 2013 ein Tourismus-Konzept von der „ift – Freizeit- und Tourismusberatung GmbH“ bekommen. Hanau hat so ein Konzept bereits in den Jahren 2004 bis 2006 von ift entwickeln lassen und nach eigenen Angaben viele Vorschläge umgesetzt: mehr Werbung mit den Brüdern Grimm, mehr Aufmerksamkeit für die Naherholungsgebiete, ein einheitliches Design bei der Außendarstellung. Nicht verwirklicht wurde bekanntlich das Brüder-Grimm-Kulturzentrum, wegen des Sparkurses. Hoppe hofft, dass es „doch noch gebaut wird, wenn sich die Finanzlage der Stadt entspannt hat oder wenn sich ein Investor findet“. Für den Tourismus wäre das Zentrum ein Segen.

Die Hanauer Bürger seien in Sachen Tourismus auch gefragt: „Wir sind sehr kritisch, und das ist auch gut so. Doch wir könnten unsere Stadt etwas selbstbewusster darstellen.“

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