Erweiterung

Gewerbegebiet Limes soll doppelt so groß werden

  • Detlef Sundermann
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Der Investor will in dem Areal weiteren Logistikbetrieb unterbringen. Die Grüne äußern scharfe Kritik.

Das Gewerbegebiet Limes soll um die gleiche Fläche wachsen. Statt der 24 Hektar sollen es 48 Hektar sein, wie ursprünglich geplant, teilt der Zweckverband mit, der ein Abweichungsantrag für die Regionalplanung vorbereitet. Die Grünen kritisieren das Vorhaben als „maßlosen Flächenfraß“. Limes ist ein interkommunales Projekt mit gleichen Flächenanteilen der Orte Limeshain, Büdingen und Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis). Hauptinvestor ist die Dietz AG in Bensheim.

„Wir stellen den Antrag, weil die Firma Dietz weiteren Bedarf gemeldet hat, sie steht in konkreten Verhandlung mit einem Logistikunternehmen“, sagt Verbandsvorsteher und Bürgermeister von Hammersbach Michael Göllner (SPD) der FR. Es sei nicht ungewöhnlich, dass nach zehn Jahren eine Abweichung vom Regionalen Flächennutzungsplan erfolge. „Damals ist der Regionalverband von einer schrumpfenden Region ausgegangen“, so Göllner. Die SPD in Hammersbach sprach bereits 2016 über Limes vom künftigen „Güterzentrum Rhein-Main-Ost“. 

Vier Fußballfelder großer, 16 Meter hoher Logistikbau

Die Dietz AG wird Ende Mai auf der bereits erschlossenen Fläche von acht Hektar einen ersten Logistikbau hochziehen, rund vier Fußballfelder groß und 14 Meter hoch. Die Halle, an der laut Plan bis zu 40 Lastwagen zugleich abgefertigt werden können, wird von der Dietz AG vermietet. Es gibt nur einen Interessenten aber noch keinen Nutzer. Wer sich für die rund 35.000 Quadratmeter interessiert, wird noch nicht gesagt. Es sei ein Unternehmen, das „in der ferneren Rhein-Main-Region sehr aktiv“ sei. Für die Fläche, für die es ein Abweichungsverfahren geben soll, laufen ebenfalls Gespräche mit einem potenziellen Mieter. Auch hier ist noch kein Name zu erfahren. Laut Dietz ist es eine Firma, die in der Region noch nicht präsent ist.

Weil keine Festlegung auf die Branche besteht, gibt es auch keine Erkenntnis über die zusätzliche Verkehrsbelastung, die das 15 Kilometer entfernte Verbandsmitglied Büdingen am wenigsten spüren wird. Für Verbandschef Göllner steht fest, dass die A45 den weiteren Schwerverkehr problemlos aufnehmen kann. Es werde sich zeigen, inwiefern der Knotenpunkt zur Autobahnanschlussstelle verändert werden muss. Zurzeit erfolgt die Zu- und Abfahrt von der A45 auf die L3195 ohne Ampel. 

Das „Aktionsbündnis Bodenschutz in der Wetterau“ aus Kirchen, Umwelt- und Naturschutzorganisationen sowie dem Bauernversband will den Abweichungsantrags abwarten, heißt es von Andrea Rahn-Farr, Vorsitzende des Regionalbauernverbands. Das Bündnis hatte sich 2017 gegründet, weil Rewe bei Wölfersheim 40 Hektar bestes Ackerland für ein Logistikzentrum überbauen will. Im Januar hat der BUND Klage vor Gericht eingereicht. Ob dies auch im Fall von Limes geschehen wird, ist noch offen, heißt es vom BUND.

Die Wetterau dürfe sich nicht zum Lagerplatz und Zubringer Frankfurts machen lassen, kritisiert der Kreis-Grüne Thomas Zebunke. Zudem bringe die Logistikbranche ob der Digitalisierung nicht die versprochenen Arbeitsplätze. Fraktionschefin Sylvia Klein sieht mit der Ausweitung von Limes den „Konflikt zwischen Landwirtschaft und regionaler Ernährung auf der einen und willkürliche Förderung von Investoreninteresse mit massiven Umweltschäden auf der anderen Seite auf die Spitze getrieben.“

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