Gelnhausen

Veritas-Beschäftigte hoffen auf Rettung

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
    schließen

Es laufen Gespräche mit potenziellen Investoren. Doch 54 Arbeitsplätze bei der Veritas AG mit Sitz in Gelnhausen werden auf jeden Fall gestrichen.

Die Beschäftigten der Veritas AG mit Sitz in Gelnhausen können zumindest ein wenig Hoffnung schöpfen: Nach Angaben von Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner laufen derzeit „intensive Verhandlungen“ mit mehreren potenziellen Investoren für den Automobilzulieferer. Die Gespräche sollen zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Nähere Informationen konnte ein Sprecher am Freitag noch nicht geben.

Als sich kürzlich der Veritas-Betriebsrat mit dem Main-Kinzig-Kreis austauschte, hieß es, die Suche nach einem Geldgeber sei auf jeden Fall konkreter geworden. „Wir versuchen unsererseits alles, um Arbeitsplätze zu halten und zu sichern“, sagte Betriebsrat Glenn Lawrence. Dass die Regelung zur Kurzarbeit verlängert worden sei, gebe der Belegschaft für die Phase, die es zu überbrücken gelte, Sicherheit. Die Auftragslage sei besser geworden, obwohl die Corona-Pandemie auch der Automobilindustrie zu schaffen mache.

Es gebe „zaghafte, aber erkennbare Zeichen der Hoffnung“, sagte die Kreisspitze um Landrat Thorsten Stolz (SPD) und forderte, wieder junge Menschen auszubilden und einzustellen, nachdem die Ausbildung ausgesetzt worden war. Aufgrund des Fachkräftemangels sei das „nicht klug und nicht ratsam“.

Vor gut einer Woche hatten sich Betriebsrat und Insolvenzverwaltung auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt. Den Angaben zufolge sind 54 Mitarbeitende aus der Verwaltung von Kündigungen betroffen. Dies sei angesichts der „wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und des Marktumfelds“ notwendig. Laut Plan sollen 1222 Arbeitsplätze erhalten werden.

In der gesamten Poppe-Veritas-Gruppe mit 4400 Beschäftigten sind demnach im Laufe des Insolvenzverfahrens in Deutschland bisher 150 Stellen gestrichen worden. Der Insolvenzverwalter kündigt weitere, „teils umfangreiche Umstrukturierungen“ in der Verwaltung an. Die Organisation solle „gestrafft“, der Sanierungsprozess fortgesetzt werden.

Veritas stellt unter anderem Schläuche, Dichtungen und Leitungen her. Die Traditionsfirma steckt spätestens seit 2018 in einer tiefen Krise und hat schon viele harte Einschnitte vorgenommen. Geplant war ein Einstieg der American Industrial Acquisition Corporation, die die Mehrheit der Anteile übernehmen sollte. Die Verhandlungen scheiterten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare