Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gelnhausen

Streit um Titel „Ausflugsort“

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Verdi kritisiert ein Schlupfloch der Stadt Gelnhausen, um eine Sonn- und Feiertagsöffnung zu ermöglichen. Die Gewerkschaft legt beim Main-Kinzig-Kreis Beschwerde ein.

Bestimmte Geschäfte können in diesem Jahr in der Gelnhäuser Altstadt an 34 Sonntagen und Feiertagen öffnen: Die Stadt hat sich den Titel „Ausflugsort“ verleihen lassen. Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) hat damit beim Main-Kinzig-Kreises den Antrag auf zusätzliche Ladenöffnungszeiten gestellt. Der Kreisausschuss genehmigte dies jetzt vom 21. März bis zum 24. Oktober mit einer Allgemeinverfügung.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert dies und die Titelvergabe „Ausflugsort“ - und hat dagegen Beschwerde beim Kreis eingelegt. „Jetzt prüft das Rechtsamt“, heißt es von dort auf FR-Anfrage.

Gelnhausen mit seiner Kaiser-Barbarossa-Historie sei zwar einen „Abstecher“ wert, aber doch keine touristische Hochburg, meint die Gewerkschaft. Rathauschef Glöckner sei ein Verfechter einer „kompletten Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten“ und setze nunmehr auf diese Weise seinen Willen durch, heißt es in der Verdi-Postille „Kuckuck“. Das hessische Ladenöffnungsgesetz lässt für Kurstädte und Ausflugsorte wie Rüdesheim sonntägliche Geschäftsöffnungen im Ortszentrum zu, zur Deckung des besuchstypischen Bedarfs.

Bürgermeister Glöckner sieht seine Stadt durchaus in dieser Liga. „Wir haben rund 40 000 Übernachtungsgäste und 190 historische Stadtführungen im Jahr“, erläutert er. Die Zahlen beziehen sich auf die Vor-Corona-Zeit. Anders als bei den großen Stadtfesten wie den Barbarossa-Markt werde nur eine kleine Zahl von Läden in der Altstadt und nah der Kirche Kund:innen bedienen.

Eine Grauzone

Doch was zu einem für einen Ausflugsort typischen Sortiment gehört, kann offenbar sehr weitgefasst werden. Bietet der Bekleidungsladen ein Gelnhausen-T-Shirt an, kann er laut Glöckner öffnen und auch Klamotten ohne lokalpatriotische Werbung verkaufen. Sortimentbreite ebenso etwa beim Metzger, wenn er denn nur eine Gelnhausen-Wurst in der Auslage feilbietet. „Hierbei handelt es sich schon um eine Grauzone“, räumt Glöckner ein.

„Die Gewerkschaft soll sich nicht immer gegen den Handel stellen. Es geht um Arbeitsplätze“, sagt Petra Schmidt, Chefin des Stadtmarketings- und Gewerbevereins. Sie bedauert, dass es für den gesamten Handel in der Stadt nur vier anlassbezogenen Sonntagsöffnungen gibt. Sie hält es für wünschenswert, dass nach Corona vorübergehend ein paar generelle Verkaufssonntage hinzukommen, um den Ladeneigner:innen etwas Gutes zu tun und Chancengleichheit herzustellen. „Denn der Internethandel macht sonntags den meisten Umsatz“, so Schmidt.

Dass ein eingeschränkter Sonntagsverkauf durchaus selbst ein touristisches Ziel seien kann, kann Bad Orbs Bürgermeister Roland Weiß (parteilos) nicht von der Hand weisen. Die Läden in der Kernstadt nutzen seit Jahren das Sonderrecht „Kurstadt“, sagt er. Es betreffe zwar nur Geschäfte in der Hauptstraße mit touristischem und für Kurgäste relevantem Sortiment, aber für manchen Auswärtigen sei dies durchaus ein Ausflug wert, so Weiß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare