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Nach der Insolvenz der Joh-Gruppe 2013 schloss das Kaufhaus. Foto: SAscha Rheker
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Nach der Insolvenz der Joh-Gruppe 2013 schloss das Kaufhaus.

Gelnhausen

Gelnhausen: Neue Pläne für Joh-Areal

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) und der Erste Stadtrat Volker Rode (CDU) weisen die Kritik der ausgestiegenen Investoren zurück und zeigen sich zuversichtlich.

Nachdem die Kreissparkasse Gelnhausen und die Bensheimer Dietz AG von der Entwicklung des Joh-Areals Abstand genommen haben, wehren sich Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) und der Erste Stadtrat Volker Rode (CDU) gegen die Kritik der Investoren. Diese hatten ihren Ausstieg mit einer aus ihrer Sicht mangelnden Unterstützung durch die Stadtpolitik begründet und mit vielen Verzögerungen, nicht zuletzt durch Kontroversen um Stellplätze oder die Anzahl von Geschossen, die zu einem nicht kalkulierbaren Risiko führten.

„Wir haben als Stadt sehr viele Brücken gebaut und beispielsweise das Vorkaufsrecht für die Sparkasse und ihren Partner mehrfach verlängert“, sagte Glöckner während einer Pressekonferenz am Freitag. In den Bebauungsplan habe Gelnhausen einen „sechsstelligen Betrag“ investiert, ebenso wie für juristische Expertise – viel Steuergeld. Darüber hinaus seien den potenziellen Entwicklern Möglichkeiten aufgezeigt worden, wie sie günstig an Parkflächen kommen könnten.

Rode sagte, die Stadtverordneten hätten alle erforderlichen Beschlüsse mit großer Mehrheit mitgetragen. Dass einige wenige von ihnen anderer Meinung gewesen seien und diese sehr emotional vertreten hätten, sei normal. Bei den Stellplätzen könne die Stadt nun mal niemanden bevorzugen, etwa gegenüber Bürger:innen, die Häuser bauten.

Das Areal des früheren Kaufhauses Joh liegt schon seit etwa siebeneinhalb Jahren brach. Längst sollte hier ein um die 30 Millionen Euro teures „Barbarossa City Outlet“ stehen und das gesamte Zentrum der Kreisstadt beleben, aber nach vielen Verzögerungen wurde das Projekt aufgegeben, auch weil angebliche Investoren scheiterten oder unseriös waren. Im Jahr 2018 beschloss die Stadtverordnetenversammlung einen Neubeginn. Die Sparkasse gab vor zweieinhalb Jahren ihre Investitionspläne bekannt. Sie sahen eine Nutzung vor mit Gastronomie, Handel, Dienstleistung, beruflichen Schulen, Verwaltung. Der Main-Kinzig-Kreis sollte Ankermieter werden.

Landrat Thorsten Stolz (SPD) war bis 2017 Bürgermeister in Gelnhausen. Und er ist Chef des Verwaltungsrats der Kreissparkasse. Dieser soll am Morgen vor der Bekanntgabe des Ausstiegs vom Sparkassenvorstand informiert worden sein. Bislang äußerte Stolz lediglich sein Bedauern über den „herben Rückschlag“, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Für den Umzug seiner Verwaltungseinheiten habe der Kreis noch keinen Plan B.

Rode sieht einen massiven Vertrauensbruch durch den Absprung der Kreissparkasse. Sie, nicht die Stadtpolitik sei es gewesen, die ihre Hausaufgaben offenbar nicht gemacht und Verzögerungen ausgelöst habe. Womöglich habe sich das Kreditinstitut bei dem Vorhaben verhoben. Glöckner zeigt sich derweil zuversichtlich: „Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“ Es hätten sich bereits Interessenten gemeldet. Zudem will die Stadt den Bebauungsplan ändern, so dass auf dem Areal auch Wohnungen entstehen könnten, voraussichtlich im obersten Stockwerk eines Neubaus, und einen Planungswettbewerb für den gesamten Bereich vom Bahnhof bis zur Kinzig durchführen. Damit solle das „große Potenzial“ Gelnhausens aktiviert werden, mit attraktiven Wohn-, Einkaufs- und Kulturangeboten. Bei dieser Entwicklung wolle die Stadt das Heft in der Hand behalten.

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