Gelnhausen

Gelnhausen: Anzeige nach grausamer Jagd

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Ein Video, das der Tierschutzorganisation Peta zugespielt wurde, zeigt, wie Hunde ein Wildschwein quälen, ohne das ein Jäger eingreift. Die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt.

Die Aufnahmen zeigen eine besonders grausame Attacke: Fast zehn Minuten lang traktieren Jagdhunde bei Gelnhausen offenbar ein Wildschwein, bis ein Jäger einschreitet. Immer wieder greifen sie das Tier an. Es ist ein langer, qualvoller Todeskampf.

Passiert ist dies nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta bereits Mitte November 2019 und wäre wohl nie an die Öffentlichkeit gelangt, wenn nicht ein Whistleblower Peta kontaktiert und das Video zugespielt hätte. Im Februar haben die Tierschützer Strafanzeige gegen die unbekannten Täter erstattet.

Es sei unfassbar, „wie lange die Jäger dem Leiden des Wildschweines zugesehen haben, ohne einzugreifen. Die Schmerzen und Leiden des Schweines müssen schrecklich gewesen sein, denn die Jagdhunde haben es nahezu zehn Minuten mit Bissen und Attacken traktiert“, sagt Agrarwissenschaftler Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta.

Das Nicht-Eingreifen sei ein Verstoß gegen die laut Jagdgesetz vorgeschriebene Waidgerechtigkeit. Ein solcher Angriff durch mehrere abgerichtete Hunde überschreite eindeutig die Grenze der Geringfügigkeit.

Die Organisation fordert, die Verantwortlichen hart zu bestrafen, ihnen den Jagdschein wegzunehmen und die Hobbyjagd zu verbieten. Solche Vorfälle seien keine Ausnahmen. Immer wieder müssten sich Gerichte damit befassen, zudem dürfte die Dunkelziffer hoch sein.

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigte Oberstaatsanwalt Dominik Mies, dass die Staatsanwaltschaft Hanau in der Sache ermittelt und sie „umfassend beleuchten“ werde. Geprüft wird demnach, ob gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und ob „waidgerecht“ gehandelt wurde, sagte Mies. Falls sich herausstellen sollte, dass es zu einer Straftat gekommen ist, werde die Behörde diese mit allem Nachdruck verfolgen. Die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt; weitere Angaben könnten „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht gemacht werden.

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