Hanau

Gelehrige Hauskatze statt Tiger

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Zum sechsten Mal gastiert der Weihnachtscircus in Steinheim. Die Vorstellungen werden bis 8. Januar gezeigt.

Besser kann es für Zirkuschefin Bianca Frank nicht anfangen. Die Premiere zur sechsten Saison des Steinheimer Weihnachtscirkus ist ausverkauft. Hinter dem Namen steckt der Circus Barus. Der seit 1812 bestehende Familienbetrieb kommt seit Jahren auf Einladung des Gewerbevereins in dem Hanauer Stadtteil. „Für Steinheim ist der Zirkus eine Attraktion, die auch nach sechs Jahren nicht an Publikumzuspruch verloren hat“, sagt Reiner Bohländer, Vize-Vorsitzender des Gewerbevereins, der sich nicht nur als Förderer des Einzelhandels, sondern auch der Kultur versteht. „Zu unsere Kultur gehört der Zirkus“, sagt Bohländer. In den vergangenen Jahren besuchten bis zur 3000 Personen die Vorstellungen.

Bei Barus, der von Bianca Frank und ihrem Mann Marco geführt wird, stellt Zirkus nicht nur ein Geschäft dar. Es sind auch Tradition und Berufung. Das Unternehmen besteht in der achten Generation, das gibt man nicht auf, um in einer Fabrik oder in Büro sein Geld zu verdienen – und das vielleicht bequemer und sorgenfreier. „Eine Woche Gastspiel, dann sind wir wieder unterwegs. In größeren Gemeinden steht das Zelt auch schon mal zwei Wochen“, sagt Frank. „Wir würden nichts anders machen wollen“, sagt sie. Immer noch gehen viele Menschen gern in den Zirkus, aus Kindheitserinnerung oder mal für zwei Stunden in eine andere Welt abzutauchen.

Kinder immer dabei

Die drei Kinder der Franks sind immer dabei. Zwei Mal in der Woche kommt ein Lehrer im Wohnmobil, die „Schule für beruflich Reisende“. Die gibt es nur in Hessen, so Frank. Was den Aktionsradius weitgehend auf das Bundesland beschränke. Anders als zu ihren Kinderjahren, in denen sie alle ein, zwei Wochen eine andere Schule besuchte, ermögliche das mobile Klassenzimmer einen guten Bildungsabschluss bis hin zum Realschulzeugnis, so Frank.

Der Nachwuchs im Alter von 14 bis 20 Jahre wird voraussichtlich die Familientradition weiterführen. Während die beiden Töchter als Artistin und Tierlehrerin in der Manege stehen, gibt sich der 20-jährige Marcello als Clown. „Der Clown ist keine einfache Nummer und Marcello besitzt das Talent, sie sehr gut zu verkörpern“, sagt Bianca Frank. Ein guter Clown sei oft teurer zu engagieren als ein guter Artist.

Weihnachtscircus heißt bei Barus nicht, die üblichen Nummer vor weihnachtlicher Dekoration zu präsentieren. „Das Programm ist angepasst, es wird die Weihnachtsgeschichte erzählt und es wird ein kleiner Weihnachtsmarkt geboten“, heißt es. Die Vorstellung besteht aus elf Nummern, von denen einige von internationalen Artisten gezeigt werden.

Zum Zirkus gehören für die Franks auch Vorführungen mit Tieren, allerdings nur mit solchen, die in die Kategorie Nutz- und Haustier fallen wie Pferd, Katze oder Kamel. „In der Manege hatten wir noch nie Wildtiere“, sagt Frank. Der artgerechte Pflege und Versorgung diese´r Tiere sei für Barus zu hoch. Frank äußert auch Bedenken, ob das Publikum wegen Wildtiere zahlreicher käme. „Unsere Tiernummern werden sehr gut angenommen“, sagt sie.

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