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Der Künstler Claus Bury vor und in seinem Werk "Gewächshaus der Gedanken" in Gelnhausen
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Der Künstler Claus Bury vor und in seinem Werk "Gewächshaus der Gedanken" in Gelnhausen

Nidderau

Geldgeber gesucht

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Eine Bürgerstiftung soll sich in Nidderau um die Themen Bildung, Kultur und Jugend kümmern. Jetzt fehlt noch die Genehmigung - und vor allem das nötige Kleingeld.

In Zukunft müssen Projekte in der Sparte Bildung, Kultur oder Jugend nicht mehr aus Geldmangel scheitern. Die Stadt Nidderau soll eine Bürgerstiftung erhalten, die in solchen Fällen finanziell einspringen kann. Die Satzung zur Bürgerstiftung liege vor und befinde sich in der Genehmigungsphase der Aufsichtsbehörde, sagte die Erste Stadträtin Monika Sperzel (SPD) bei der Vorstellung des Vorhabens. Nun sucht die Arbeitsgruppe Bürgerstiftung Zustifter.

150000 Euro werden als Startkapital benötigt. Zurzeit befinden sich 4700 Euro in der Kasse. Sperzel gab sich zuversichtlich, dass das monetäre Ziel bis Sommer 2012 erreicht sei und im Herbst der Gründungsakt erfolgen könne. Die Hoffnung auf Einhaltung des Zeitplans schöpft die Stadträtin aus den Erfahrungen der Initiative Bürgerstiftungen – bundesweit gibt es aktuell 300 solcher Stiftungen. Sperzel weiß allerdings aus Erfahrung, dass in Nidderau noch eine gehörige Portion Vermittlungsarbeit nötig sein wird.

Nur Banken hatten Interesse

Vor gut zwei Jahren hat die CDU-Fraktion einen Antrag für eine Bürgerstiftung ins Parlament eingebracht. Im November 2009 gab es eine Bürgerversammlung zu diesem Thema, um das Interesse an einer Bürgerstiftung abzuklopfen. Die Stadt wollte nämlich dem Projekt nicht, wie von der CDU gefordert, mit 50000 Euro Startgeld einen Schub verleihen.

Dies entspreche nicht dem Charakter einer Bürgerstiftung, sagte Monika Sperzel. Mit der Bürgerversammlung sei man jedoch „prompt hereingefallen“. Nur Banken hätten Interesse gezeigt. Sperzel ließ sich nicht entmutigen und nahm erneut Anlauf, diesmal wurden Vertreter etwa von Vereinen und Organisationen einladen. „Die Resonanz war schon besser.“ Im Juni fanden sich schließlich fünf Personen – darunter ein Jurist und ein Steuerfachmann – für die Arbeitsgruppe Bürgerstiftung. Karsten Rudolf von der Arbeitsgruppe betont, dass die Stiftung beim Geldsammeln nicht als Konkurrent zu den Fördervereinen oder ähnlichen, bestehenden Einrichtungen auftrete. Es solle ein Miteinander geben.

Rudolf vertritt die Ansicht, dass bei Fördervereinen und Initiativen ohnehin eine starke persönliche Bindung zu den jeweiligen Spendern bestehe. Eine solche Beziehung stelle sich zu einer Bürgerstiftung eher weniger ein, weil die Tätigkeit von allgemeiner Natur sei.

In den kommenden Wochen sollen die Marketingaktivitäten verstärkt werden, um Spender und Mitwirkende zu finden. Eine Info-Broschüre wurde mithilfe eines Sponsors in einer Auflage von 10000 Stück gedruckt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe wollen zudem bei Veranstaltungen in der Stadt mit einem Informationsstand das Interesse der Bürger wecken. Außerdem gibt es bereits eine Internetseite. Klaus-Peter Rug, Notar und Mitglied der Arbeitsgruppe, berichtet, dass die Zustifter zunächst Verpflichtungserklärungen über den abzugebenden Betrag unterschreiben müssten. Das Geld werde jedoch erst beim Zustandekommen der Stiftung überwiesen.

Die Stiftung kann später nur die daraus resultierenden Zinserträge an Projekte ausschütten. Dies ist laut Rug der Grund für den relativ hohen Stiftungssockel, der stetig wachsen soll. Vorläufer der Bürgerstiftungen sind die Community Foundations, die vor rund 90 Jahren in den USA gegründet wurden. Damit sollten Aufgaben, die der Staat nicht leistet, auf Private verlagert werden.

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