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Man kann Britta Bauer beim Produzieren zuschauen.
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Man kann Britta Bauer beim Produzieren zuschauen.

Ganz ohne das Eincremen

Bad Nauheim Britta Bauers Seifen sollen auch pflegen / Museum mit 300 Exponaten

Von Jana Tempelmeyer

Britta Bauer lässt sich gerne in die Töpfe schauen. Allerdings sind das keine Koch-, sondern Seifentöpfe. Durch große Fensterscheiben kann man ihr bei der Arbeit zuschauen, wie sie im Seifenkessel rührt oder Blöcke schneidet. In ihrer Manufaktur in der Kurstraße stellt Bauer Seifen her, die sie dann im dazugehörigen Laden verkauft. Außerdem informiert Bauer über die Geschichte der Seife und stellt in ihrem Seifenmuseum über 300 Exponate aus. Das ganze Konzept heißt Body & Soap.

Seit ungefähr zwölf Jahren beschäftigt sich Britta Bauer mit Seife. Die Leidenschaft wurde in Südfrankreich geboren: Als sie auf einem Markt in Marseille schlenderte, entdeckte sie einen Stand, der Naturseife aus Olivenöl feilbot. Riesige Blöcke lagen dort, von der Verkäuferin wurden sie abgeschnitten und – in Pergament gewickelt – an den Kunden gereicht. Britta Bauer war begeistert. Denn sie hatte festgestellt, dass sie nach der Benutzung nicht mehr das Bedürfnis hatte, sich die Hände einzucremen.

„Seife hat mich nicht mehr losgelassen“, sagt sie heute. Die 51-Jährige fährt zurück nach Frankreich, um sich Manufakturen anzuschauen, und begreift: „Das ist kein Hexen-, sondern ein erlernbares Handwerk.“ Sie „googelt, obwohl es diesen Begriff damals noch gar nicht gab“, wie sie lächelnd erzählt, nach Rezepten und Hintergrundinformationen. Bei ihren Recherchen findet sie heraus, dass es besonders in den englischsprachigen Ländern regelrechte Seifentraditionen gab.

Dann stößt sie auf ein Rezept. Nachdem sie die amerikanischen Maße ins Metrische übersetzt und in der Apotheke Natronlauge gekauft hat, macht sie sich ans Werk. In ihrer Küche im Hintertaunus entsteht das erste Produkt: eine Hafer-Schrot-Seife. Es folgt eine Phase des Experimentierens und Verschenkens.

Die Beschenkten sind so begeistert, dass sie Bestellungen aufgeben. Und da die Seifenberge um sie herum nur so wuchsen, machte Bauer 2003 ihren ersten eigenen Laden auf. In einer alten Schmiede in Neu-Anspach entstand Body& Soap mit dem dreigeteilten Konzept: Schaumanufaktur, Museum und Verkauf. Nach dem „kurzen und intensiven Jahr“ zieht sie 2004 in das Freilichtmuseum Hessenpark. Aber auch die rund 200 Quadratmeter große Ladenfläche wird bald zu klein. Seit dem vergangenen März hat sich Bauer in der Bad Nauheimer Kurstraße niedergelassen.

„Ich möchte, dass die Besucher wissen, was eine gute Seife ist“, lautet das Ziel von Britta Bauer. „Die Grundbausteine sind Fette und Lauge“, erklärt die gelernte Mediengestalterin. Ihre Produkte enthalten keine Konservierungsstoffe und werden ausschließlich aus pflanzlichen Fetten und Ölen hergestellt. Sie verwendet unter anderem Kokosöl, Palmöl, Rapsöl, Traubenkernöl, sowie Sheabutter und Kakaobutter. Ihre Produkte sollen die Haut pflegen und entstehen unter „dem Aspekt, dass man sich danach nicht eincremen muss.“

In Bauers Manufaktur entstehen zahlreiche Sonderanfertigungen. „Ich habe eine Kundin, die verträgt nur Ziegenmilchseife“, sagt die 51-Jährige. Für den Energiekonzern RWE hat sie Seifen hergestellt, die wie Steckdosen aussehen.

„Das Herzstück des Ladens ist die Manufaktur“, schwärmt Bauer. Besonders angesagt sei die Granatapfelkernseife, ein Klassiker das Produkt mit Kaffeeduft. Außerdem gibt es den Bad Nauheimer Salzbrocken für Allergiker. Jetzt beginnt die Weihnachtsproduktion, und es gibt viel zu tun. Unterstützung erfährt sie von ihren drei Mitarbeiterinnen.

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