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BI fordert Stillegung des Eon-Kohlelagers

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Umstrittene Kohlekraft.
Umstrittene Kohlekraft. © Sascha Rheker/attenzione

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ (BI) machen das Kraftwerk Staudinger für die Verschärfung der gegenwärtigen Hochwasserlage verantwortlich. Die Kraftwerksleitung hält dagegen.

Von Alexander Polaschek

Wie eine Insel wird der Kohlebunker des Eon-Kraftwerks Staudinger derzeit vom Main-Hochwasser umspült. Die Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ (BI) schlägt deshalb Alarm: Die Standsicherheit des 2010 errichteten Kohlelagers sei gefährdet, warnt Sprecher Winfried Schwab-Posselt. Die Kraftwerksleitung versichert hingegen, dass solche Bedenken unbegründet seien.

Nur noch ein halber Meter fehle bis zur Flutung des Kohlebunkers, behauptet Schwab-Posselt in einer Erklärung vom Montag. „Spätestens bei einem Jahrhunderthochwasser, das wir künftig alle paar Jahre erleben werden, wäre der Bau im Gefahrenfall nicht mehr zugänglich, ein Horrorszenario für uns Kraftwerksnachbarn.“ Zum einen würden dann „Schadstofffrachten“ aus der Kohle ins Freie gelangen. Zum anderen stelle der aufgeweichte Boden innerhalb und außerhalb der Kohleeinhausung ein besonderes Risiko dar.

Das Gefüge des Bodens sei durch großflächige Umlagerungen ohnehin schon stark verändert und führe zu Einbußen der Stabilität und Standsicherheit des Bunkers, argumentiert Schwab-Posselt. „Kommen noch Hochwasser oder Wassermassen zur Kühlung der Betonwände und zum Löschen der immer wieder entstehenden Glutnester hinzu, so könnte dem Kohlelager das gleiche Schicksal drohen wie dem schiefen Turm zu Pisa.“ Dem Bunker müsse die Betriebsgenehmigung entzogen werden, bis eine exakte Bewertung des Risikomanagements für Extremsituationen wie Brände oder Hochwasser auf dem Tisch liege. Insgesamt verschärfe das Kraftwerk das Hochwasserproblem, indem es den Retentionsraum verringere.

„Hier ist alles trocken und stabil“, versicherte hingegen Staudinger-Sprecherin Julia Katzenbach-Trosch der FR. Das Kohlelager liege knapp zwei Meter oberhalb des aktuellen Hochwasserstands. Die Furcht vor ausgewaschenen Schadstoffen sei unbegründet: „Kohle ist kein Gefahrstoff.“ Zudem seien über 90 000 Kubikmeter neuen Retentionsraums geschaffen worden. Selbst nach dem Bau des Kraftwerksblocks 6 und des zweiten Kohlebunkers blieben noch 16 000 Kubikmeter mehr als vorher.

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