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Es gibt keinen Tierfriedhof in der rund 90.000 Einwohner zählenden Stadt Hanau - doch das möchte die SPD-Ortsbeiratsfraktion Steinheim gern ändern. "Wir unterstützen die aus der Bürgerschaft artikulierten Wünsche nach einer solchen Trauerstätte", betont der Fraktionsvorsitzende Reinhard Schneikart. Unser Bild zeigt den 2008 eröffneten ersten Tierfriedhof Hessens in Rodenbach.
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Es gibt keinen Tierfriedhof in der rund 90.000 Einwohner zählenden Stadt Hanau - doch das möchte die SPD-Ortsbeiratsfraktion Steinheim gern ändern. "Wir unterstützen die aus der Bürgerschaft artikulierten Wünsche nach einer solchen Trauerstätte", betont der Fraktionsvorsitzende Reinhard Schneikart. Unser Bild zeigt den 2008 eröffneten ersten Tierfriedhof Hessens in Rodenbach.

Hanau

SPD fordert einen Tierfriedhof

Katze, Hund oder Papagei sind für viele Menschen weit mehr als nur Haustiere. Stirbt ihr Liebling, landet der tote Körper im Müll. Die Stadt Hanau will aber keinen Tierfriedhof einrichten. Von Ute Vetter

Von Ute Vetter

Es gibt keinen Tierfriedhof in der rund 90.000 Einwohner zählenden Stadt Hanau - doch das möchte die SPD-Ortsbeiratsfraktion Steinheim gern ändern. "Wir unterstützen die aus der Bürgerschaft artikulierten Wünsche nach einer solchen Trauerstätte", betonte kürzlich der Fraktionsvorsitzende Reinhard Schneikart.

"Wir haben den Magistrat jetzt gebeten, ein entsprechendes Gelände in Steinheim oder in einem anderem Hanauer Stadtteil für einen Tierfriedhof auszuweisen", fügte Gabriele Ewald, die SPD-Vorsitzende, hinzu. Denn mit der Zahl der in den Haushalten lebenden Haustiere steige unter den Bürgern auch "der Wunsch nach einem Ort der Bestattung und Erinnerung an die geliebten tierischen Weggefährten".

Doch die Stadt Hanau plane derzeit keinen Tierfriedhof, sagte ein Pressesprecher der Stadt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Außerdem gebe es im benachbarten Rodenbach bereits einen Tierfriedhof.

In Rodenbach gibt es seit zwei Jahren einen Tierfriedhof

Dabei handelt es sich um den ersten hessischen Waldtierfriedhof. Er wurde schon im August 2008 eröffnet. Das Forstamt Hanau-Wolfgang teilt mit: "Hier können die tierischen Wegbegleiter auf ihrem letzten Weg in würdevoller Weise verabschiedet und beigesetzt werden. Gleichzeitig wurde mit dieser Waldruhestätte für Haustiere eine Begegnungsstätte für Gleichgesinnte geschaffen."

"Mit diesem Angebot bieten wir eine Alternative zur Tierverwertungsanstalt", führt Sigrun Brell vom Forstamt Hanau-Wolfgang aus. Sie wundert sich ein wenig, dass dieses Angebot in der Region noch immer wenig bekannt ist.

Das Areal des Waldtierfriedhofes liegt idyllisch an der Grenze zu Niederrodenbach. Etwa 25 Meter hoch sind die 120 bis 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Die Gräber werden kreisförmig um die Bäume angelegt. Ein Abstand von etwa drei Metern zu einem Baum gewährleistet, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Zum Schutz vor Wildschweinen oder Füchsen ist das Gelände außerdem eingezäunt.

Auch in der Kurstadt Bad Orb gibt es einen Tierfriedhof. Vor knapp zwei Jahren eröffneten Karin und Ewald Schnarr die erste Ruhestätte dieser Art im Main-Kinzig-Kreis. Auf der eingezäunten Wiese mit kleinen Nussbäumen und Holundersträuchern sind nach Angaben des 60-jährigen Malermeisters derzeit fast 50 Tiere begraben. Seine Frau Karin ergänzt: "Der Großteil sind Hunde und Katzen." Aber auch Hasen, Ratten und Hamster haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Haustiere, für viele Menschen quasi ein Familienmitglied und für manche gar ein Ersatz für Kinder oder Lebenspartner, dürfen laut einer EU-Verordnung nur in Ausnahmefällen im eigenen Garten verscharrt werden. Seit den 90er Jahren ist die Zahl der Tierfriedhöfe in Deutschland auf etwa 150 gestiegen. Die Geschichte der Tierbestattung geht auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück. Bereits im alten Ägypten wurden Begräbnisstätten für Tiere, die als heilig galten, eingerichtet.

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