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Erlensee

Fliegerhorst in Erlensee: DHL baut riesiges Frachtzentrum

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Der Konzern plant in Erlensee einen neuen Umschlagplatz und will den denkmalgeschützten Tower als Bürofläche nutzen.

Der Logistikstandort Erlensee wächst weiter: Die DHL-Freight, die zum Konzern der Deutschen-Post-DHL-Group gehört, baut auf dem früheren Militärflughafen Fliegerhorst ein Frachtzentrum. Nach Angaben der Unternehmensgruppe wird es aus einem 12 000 Quadratmeter großen sogenannten Crossdock-Terminal bestehen, in dem Waren umgeschlagen werden, einem 10 500 Quadratmeter großen Lager für Spezialchemie und Produktionsstoffe sowie aus Büros. Letztere sollen sich zum Großteil in dem denkmalgeschützten Tower auf dem Areal befinden, der dafür saniert wird. Das Neubauvorhaben erstrecke sich auf insgesamt 83 000 Quadratmeter.

Die Frachtsparte der DHL gibt damit ihre Niederlassung in Maintal auf; 260 Beschäftigte, auch jene von der DHL-Freight Euronet, die Transporte organisiert, gehen mit nach Erlensee. Stellen würden nicht gestrichen, „kurz- bis mittelfristig“ solle die Zahl der Arbeitsplätze auf 300 erhöht werden, heißt es.

Das Areal

Der Fliegerhorst Langendiebach liegt zum Teil in Erlensee, zum Teil in Bruchköbel. Er ist etwa 240 Hektar groß und wurde von 1939 bis 2007 als Militärflugplatz genutzt. Nach dem Abzug der US-Armee lag der Horst brach.

Die Städte Erlensee und Bruchköbel gründeten 2011 einen Zweckverband, um das Gebiet gemeinsam entwickeln zu können. Im Frühjahr 2013 kaufte der Verband von der Eigentümerin, der für Konversionsflächen zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), ungefähr 92 Hektar. Das Areal wird in erster Linie als Logistik-, Dienstleistungs- und Gewerbestandort vermarktet. Andere Vorhaben scheiterten. So wollte etwa ein Unternehmer hier ein Reitsportzentrum errichten, nahm jedoch schließlich davon Abstand. Als wesentlicher Grund wurde die Ansiedlung der Großmetzgerei Brandenburg auf dem Fliegerhorst-Gelände genannt, die sich nicht mit Pferdesport vereinbaren lasse. gha

In Maintal hätten die Kapazitäten nicht erweitert werden können. Das sei bei einer stetig steigenden Nachfrage nach Straßentransporten und Logistik-Dienstleistungen aber notwendig, sagte Thomas Vogel, Geschäftsführer von DHL-Freight, am Dienstag nach einem symbolischen Spatenstich. Auf dem Fliegerhorst könne der Konzern ein Frachtzentrum bauen, das modernen Bau- und Umweltstandards entspreche. Die Pläne umfassen etwa eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Crossdock-Terminals, begrünte Dächer und den Einsatz von E-Fahrzeugen. Für die 15 000-Einwohner-Stadt Erlensee habe nicht zuletzt ihre Lage mit der Anbindung an die A 45 und die A 66 gesprochen.

Zu den Baukosten machte ein DHL-Sprecher auf FR-Anfrage keine Angaben. Dazu äußere das Unternehmen sich bei solchen Projekten grundsätzlich nicht. Der Antrag auf Genehmigung des Spezialchemielagers werde derzeit bearbeitet. Welche Stoffe dort gelagert werden sollen, könne die DHL daher noch nicht sagen. Sie verspricht „höchste Sicherheitsstandards“. Ziel sei es, den neuen Standort Mitte 2022 in Betrieb zu nehmen. Für die Umsetzung ist die Firma Fäth-Immobilien verantwortlich.

Die DHL ist eines von vielen Unternehmen aus den Sparten Logistik und Gewerbe, die es nach Erlensee zieht. Neben den Flächen auf dem Fliegerhorst, wo auch ein großes Rechenzentrum geplant ist, gibt es einen Gewerbepark und einen Gewerbepark II, mit Unternehmen wie Dachser und Lidl. Besonders die Ansiedlung der Logistik ist umstritten. In den vergangenen Jahren kritisierten etwa die Erlenseer Grünen zum Beispiel die Verkehrs- und Umweltbelastung sowie Flächenversiegelung. Bürgermeister Stefan Erb (SPD) wies Kritik zurück: Etwa 1300 Arbeitsplätze seien nach Erlensee geholt, hohe Steuereinnahmen erzielt und ökologische Ausgleichsflächen geschaffen worden. Logistik werde gebraucht und gehöre an Standorte mit guter Verkehrsanbindung.

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