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Finanzen sind seine Welt

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Von: Detlef Sundermann

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Alexander Noll (FDP) am Großkrotzenburger Badesee – einem seiner Lieblingsorte im Wahlkreis.
Alexander Noll (FDP) am Großkrotzenburger Badesee – einem seiner Lieblingsorte im Wahlkreis. © Sascha Rheker

Alexander Noll (FDP) will den Landtags-Wahlkreis 40 gewinnen und erneut für vier Jahre in den Wiesbadener Landtag einziehen.

Alexander Noll (FDP) will den Landtags-Wahlkreis 40 gewinnen und erneut für vier Jahre in den Wiesbadener Landtag einziehen.

Sonne und faul am Strand herumliegen, dass ist nicht sein Ding. Dennoch zählt das Großkrotzenburger Strandbad zu seinen liebsten Orten. Für Alexander Noll hängen daran viele Kindheits- und Jugenderinnerungen. „Im Sommer war der Besuch mit der Familie und den Freunden immer das Highlight“, sagt er. Mittlerweile schätzt er die dortige Landschaft zu jeder Jahreszeit, auch wenn es manchmal nur der Blick aus eines der Gasthäuser am Gewässer ist. „Egal wo man sitzt, von überall sieht man auf eine herrliche Idylle.“ Die Schwärmerei endet jedoch, wenn die Rede auf die Politik kommt. Noll will weitere vier Jahre im Wiesbadener Landtag für die FDP arbeiten.

Gefahr der Verbalrüpelei

Eloquent pariert er Fragen. Nachhaken ist nicht allzu oft nötig. Von selbst geht er in Details – und so ganz neben her teilt er noch Seitenhiebe gegen den politischen Mitbewerber aus. Eine schwarz-grüne Koalition in Hessen nach dem 22. September? „Da müsste sich die CDU mit zu vielen Blähungen herumquälen“, steht für ihn fest. Schon wegen der Themen Flughafen und Straßenverkehr würde sich kein Konsens einstellen. „Nein, nein, Schwarz / Grün-Überlegungen in Hessen sind etwas für das Feuilleton“, winkt der 53-Jährige ab. Noll redet oft in kräftigen Worten, auch unter Gefahr der Verbalrüpelei. Es sieht sich als Pragmatiker. Mehr als 20 Jahren hat er in der Großkrotzenburger Kommunalpolitik gewirkt. Als Vertreter des Bürgermeisters verhängte etwa er in dessen Abwesenheit eine Haushaltssperre, weil das Dorf vor der Pleite stand. Der Wohlstandsbringer Eon-Staudinger hatte seine Gewinne kleingerechnet – ganz legal. Politische Ambitionen taten sich bei dem gebürtigen Hanauer erst spät auf. „Ich war mal Klassensprecher in der Schülervertretung“, berichtet er von der Vorstufe seines politisches Engagement, das für ihn als CDU-Mitglied begann. 2001 kam es zum Bruch und der Wechsel zur FDP. „Man entfernte sich inhaltlich wie persönlich.“ Etwas angestrengt meint er: Aber das sind Sachen von gestern.“ Er habe immer eine liberale Haltung vertreten. Die CDU habe sich zunehmend mit ihrer Regulierungswut von seinem politischen Ideal „persönliche Freiheit“ entfernt. „Ich befindet mich in der Knautschzone“, antwortet er auf Frage nach seiner Chance. Listenplatz 12 setze mindestens 9,4 Prozent der Stimmen voraus. Nach einer aktuellen Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat die FDP allen Grund zu bibbern, überhaupt noch in Landtag zu kommen. „Bei den Wahlen waren die Werte immer besser als die Umfrage“, kommentiert Noll. Sein Beamtenverhältnis als Revisionsleiter des Hochtaunuskreises ruht zurzeit. „Vielleicht gehe er wieder zurück, vielleicht gehe ich auch in die freie Wirtschaft.“ Mehr Gedanken an die Zukunft jenseits des Landtags will er nicht verschwenden.


„Liberale haben es schwer“

Dass die FDP als Gutverdiener-Partei verschrieen ist und öfters als anderes eines Drauf bekommt, wenn etwas daneben geht, daran gewöhnt man sich“, so Noll lakonisch. „Wer eine Minderheitenmeinung vertritt, muss hierzulande damit rechnen, verhöhnt zu werden.“ Dann werde gleich die Person angegangen. „Wir haben in Deutschland eben keine liberale Tradition“, kritisiert er.

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