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Im Behördenhaus sind die Bauarbeiten in vollem Gange.
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Im Behördenhaus sind die Bauarbeiten in vollem Gange.

Hanau

Finanzamt kehrt 2014 zurück

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Das Land Hessen saniert das Behördenhaus am Freiheitsplatz für 17,2 Millionen Euro. Das Baudenkmal, das Sitz des Hanauer Finanzamtes ist, wird vor allem im Inneren generalüberholt. Bis Anfang 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Nicht nur der Freiheitsplatz selbst präsentiert sich seit einigen Monaten als riesige Baustelle, sondern auch das markanteste Gebäude an seiner Ostseite: Das Behördenhaus, Sitz des Hanauer Finanzamts, wird derzeit umfassend saniert. Eigentümer des Gebäudes, das in seinem Kern bis ins Jahr 1768 zurückreicht, ist das Land Hessen. Die aufwendigen Arbeiten sollen nach Angaben von Stefan Löwer, Sprecher des hessischen Finanzministeriums, Anfang 2014 abgeschlossen sein – damit würde das Behördenhaus voraussichtlich ein Jahr früher fertig als das Einkaufs- und Büchereizentrum „Forum Hanau“ auf dem Freiheitsplatz.

Die Sanierung des Gebäudes liegt damit in etwa im Zeitplan des Ministeriums, sie wird aber teurer als anfangs gedacht. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro ausgegangen. Doch weil sich die Planungen für „Grundinstandsetzung und Umbau“ des dreigeschossigen, 10000 Quadratmeter fassenden Baudenkmals als komplexer und schwieriger erwiesen als gedacht, wurde zunächst der Baubeginn von Ende 2011 auf Juli 2012 verschoben und schließlich auch mit höheren Gesamtkosten kalkuliert. Derzeit seien für die Sanierung knapp 17,2 Millionen Euro im Landeshaushalt veranschlagt, teilt Löwer mit.

Baudenkmal in der Innenstadt

Das Behördenhaus gehört zu den wenigen historischen Gebäuden, die in der Hanauer Innenstadt erhalten geblieben sind. 1768 wurde es im barocken Stil als „Collegium“ errichtet und sollte in seiner Funktion den kleineren Kanzleibau am Schlossplatz, das heutige Domizil der Stadtbibliothek, ersetzen. Es beherbergte die zentralen Behörden der Regierung der Grafschaft Hanau. 1827 wurde das Haus zur Kaserne umgebaut und weitere 30 Jahre später durch die Flügelbauten erweitert sowie insgesamt im neugotischen Stil überformt. Im Nationalsozialismus hatte die Gestapo dort mehrere Dienststellen.

Nachdem Bomben das Gebäude im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten, wurde es 1953 wieder aufgebaut, allerdings in vereinfachter Form und ohne die einst für sein Bild charakteristischen Zinnentürme.

Schadstoffe im Bodenbelag

Seither blieb das Behördenhaus nahezu unverändert. Bei der aktuellen Sanierung wird es vor allem in Inneren generalüberholt und vollständig entkernt. So sind laut Ministeriumssprecher Löwer in sämtlichen Geschossen Innenwände, Decken, Fußböden, Putz, Sanitärobjekte und Heizkörper abgebrochen worden. Dabei entstanden Mehrkosten in Höhe von 2900000 Euro, weil die Bodenbeläge mit gesundheitsgefährdenden polyzyklischen Kohlenwasserstoffen belastet waren, wie sie früher häufig in Klebern verwendet wurden. Diese zusätzlichen Kosten sollen aber im weiteren Verlauf der Arbeiten aufgefangen werden, deshalb geht Löwer davon aus, „dass die genehmigten Gesamtkosten eingehalten werden können“.

Die Rohbauarbeiten im Inneren, bei denen neue Wände hochgezogen und Durchbrüche geschaffen werden, sollen bis Februar dauern. Danach beginnen die Installationen für Elektro- und Sanitärtechnik sowie für Heizung und Lüftung. Ebenfalls Mitte Februar starten dann die Arbeiten an der Fassade, wo Fenster und Dach saniert werden.

Die 250 Mitarbeiter des Hanauer Finanzamts sind für die Dauer der Sanierung in ein Ausweichdomizil im ehemaligen Degussa-Komplex an der Willy-Brandt-Straße gezogen, wo das Land eigens zu diesem Zweck Räume angemietet hat.

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