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„Das Feuer ist gelöscht“

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Von: Petra Zeichner

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Beim Löschen.
Beim Löschen. © Monika Müller

Die Jugendfeuerwehren der Stadt treten zu einer gemeinsamen Übung an. Dabei ist auch Teamarbeit gefragt.

Einmal im Jahr kommen sie alle zusammen und greifen gemeinsam an. Am Samstag sind es rund 60 Jugendliche von sechs Jugendfeuerwehren der Stadt, die gemeinsam den sogenannten Löschangriff üben auf die Mehrzweckhalle Mittelbuchen.

Wie bei einem Ernstfall fahren die acht Feuerwehrwagen schnell heran, mit Blaulicht und Martinshorn. Dann heißt es absitzen, die Schläuche ausrollen und mit dem Verteiler an einen Hydranten anschließen. Gut getroffen haben es diejenigen, die vor dem Eingang der Halle stehen – der Wasseranschluss ist direkt vor der Tür. Mehr Arbeit damit haben die Jungs und Mädels, die hinter der Halle Stellung bezogen haben.

Dort ist der Hydrant etliche Meter entfernt. So weit den Schlauch schleppen, kostet Zeit. Schneller geht es mit der Haspel, einem zweirädriger Wagen, auf den der Schlauch aufgerollt ist.

Wolle die Wehr erfolgreich einen Brand löschen, komme es auf Teamarbeit an, sagt Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Meunier. Dass die Jugendlichen das auch lernen, sieht man. Ein kleines Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt, hält den Schlauch zuerst alleine, als der Wasserstrahl plötzlich herausschießt. Der mächtige Druck stößt die Kleine einen Schritt nach hinten. Sofort ist ein größerer Junge bei ihr und gemeinsam richten sie den Schlauch aus.

In Zweiertrupps im Einsatz

So sind die Übungstrupps bei den Jugendlichen aufgebaut: „Immer zwei bilden einen Trupp, ein Erfahrener und ein Unerfahrener,“ erklärt Meunier. Auch die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen sind in Zweiertrupps im Einsatz. Um Truppfrau oder Truppmann zu werden, investieren die Jugendlichen zwei Stunden pro Woche.

Isabelle Speiser und Matilda Draheim sind zwei von insgesamt 20 Mädchen bei den Hanauer Jugendfeuerwehren. Die beiden sind 14 und 15 Jahre alt und sind bei der Steinheimer Wehr. Isabelle ist seit eineinhalb Jahren dabei. „Ich habe in der sechsten Klasse beim Girls’ Day bei der Feuerwehr mitgemacht und bin geblieben“, sagt sie. Matilda ist schon drei Jahre Truppfrau-Aspirantin, sie hatte in der vierten Klasse einen Besuchstag bei der Wehr und blieb hängen. Wenn sie 17 Jahre alt sind, dürfen sie an dem Grundlehrgang teilnehmen, dessen erfolgreicher Abschluss sie zur aktiven Feuerwehrfrau macht.

Wenig erfreulich ist, dass durch das Dach der Mehrzweckhalle Wasser gelaufen ist. Nicht viel, sagt Meunier, die Tischtennisspieler könnten weiterspielen. Trotzdem kein Dauerzustand. Dass ein paar der Gauben undicht seien, sei bekannt, sagt die Mittelbuchener Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth (SPD), die bei der Übung dabei war. Das Geld für die Reparaturen sei bereits in den Haushalt eingestellt.

Das Ergebnis des Einsatzes kann sich jedoch sehen lassen. „Das Feuer ist gelöscht, niemand ist zu Schaden gekommen“, sagt Meunier nach einer knappen halben Stunde Löscharbeiten.

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