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Die Bürger nehmen  Anteil an der Gestalt des neuen Stadtzentrums.
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Die Bürger nehmen Anteil an der Gestalt des neuen Stadtzentrums.

Vom Feigenblatt zum Zankapfel

Nidderau Das Familien- und Kulturzentrum soll Herzstück der Neuen Mitte werden

Von Christoph Süß

Auf der Tagesordnung für den Beschluss zur Neuen Mitte war Vorlage 588 nur eine Ergänzung. Doch seitdem die Stadtverordneten entschieden haben, dass Ten Brinke auch das Familien- und Kulturzentrum (FKZ) bauen soll, ist darum heftiger Streit entbrannt. Während die einen es von Anfang an nicht wollten, sähen es die anderen am liebsten als Herzstück des gigantischen Vorhabens, der zersiedelten Stadt erstmals ein Zentrum zu geben.

Die Freien Wähler stimmten als einzige gegen den Bau des FKZ. Ihrer Meinung nach kann sich die Stadt dies nicht leisten. Der Vertrag mit dem Investor geht über 30 Jahre. Die Partei rechnet mit jährlichen Gesamtkosten von 300000 Euro. Zwar müsse die Stadt sie erst nach dem Bau an Ten Brinke überweisen, doch müsse sie die Räume selbst ausstatten. Außerdem werde das Zentrum nicht „unbedingt“ gebraucht.

Die CDU will dem FKZ einen Sinn geben. Ausstellungen und Veranstaltungen alleine rechtfertigten nicht jährliche Mietkosten von 160000 Euro. Lern- und Pflegeberatung könnten dort ebenfalls stattfinden. Die Partei will das öffentlich genutzte Gebäude, das gerade einmal ein Prozent des Areals einnimmt, zudem stärker im Mittelpunkt sehen. „Eine Hinterhof-Einrichtung haben wir uns nicht vorgestellt“, sagt die CDU. Die Junge Union fordert sogar, das FKZ anstatt des vom Investor favorisierten mehrstöckigen Wohn- und Bürogebäudes zum „Symbol und Aushängeschild“ Nidderaus zu machen.

Bürgermeister Gerhard Schultheiß ist erst einmal zufrieden mit dem positiven Votum über das FKZ. „Wir bekommen ein Familien- und Kulturzentrum auf Mietbasis“, hatte er nach der quälend langen, nichtöffentlichen Sondersitzung des Parlaments Ende September – offensichtlich erleichtert – kundgetan. Immerhin kann jetzt niemand mehr behaupten, es entstehe nur ein weiteres Neubaugebiet mit einem austauschbaren Einkaufszentrum davor.

Am Rande der Ausstellung der Entwürfe für die Neue Mitte nannte Schultheiß kürzlich erste Details. So sollen in dem zweigeschossigen Bau der Fachbereich für Sozialwesen sowie der Familienservice untergebracht werden. Eltern könnten sich in den Büros im ersten Stock in Sachen Kindergartenplätze beraten lassen. Das Konzept für das FKZ sieht auch Raum für Konzerte und Ausstellungen vor. Letztere finden derzeit noch im schmucklosen Foyer des Rathauses statt. In einigen Jahren sollen solche Kulturveranstaltungen im Erdgeschoss des Kulturzentrums stattfinden. Modulare Räume würden solche Kunstschauen ermöglichen.

Ebenfalls ins Erdgeschoss soll nach dem Willen des Bürgermeisters die Caritas einziehen. Mutter-Kind-Turnen schwebt dem Stadtoberhaupt außerdem vor. Auch Empfänger von Hartz IV könnten ihre Anträge in ein paar Jahren auf der anderen Seite der Bundesstraße abgeben. „Das wird kein neues Bürgerhaus“, versichert Schultheiß. Und auch zur Willi-Salzmann-Halle trete das Zentrum nicht in Konkurrenz. Im FKZ gebe es für Veranstaltungen wie die Buchmesse gar nicht ausreichend Platz. Der größte Raum in dem geplanten Gebäude misst nur 125 Quadratmeter.

Mitte November wird die Stadt den Vertrag mit Ten Brinke unterschreiben. Dann geht es an die Bauleitplanung. In zwei Jahren soll der Bebauungsplan für die Neue Mitte vorliegen. Doch in der Verwaltung gehen sie davon aus, dass der erste Spatenstich nicht vor Frühjahr 2014 erfolgt. Laut dem Bauamt wird Ten Brinke dann damit beginnen, das gesamte Areal zu erschließen und die Gewerbeflächen zu bebauen.

Das FKZ ist Teil der rund 50000 Quadratmeter großen Fläche an der Hauptstraße, die der Investor möglichst schnell vermieten will. Der Stadt gehören die übrigen 80000 Quadratmeter, auf denen Wohnhäuser entstehen sollen.

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