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Das ehemalige Kaufhaus Joh in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis). (Archivbild)

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Vorerst kein Outlet-Center in Gelnhausen

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Das geplante "Barbarossa City Outlet" in Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) wird vorerst nicht verwirklicht. Das Stadtparlament beschließt eine neue Ausschreibung für das ehemalige Kaufhaus Joh.

Das geplante „Barbarossa City Outlet“ in Gelnhausen wird zumindest vorerst nicht verwirklicht. Stattdessen wird es für die künftige Nutzung des ehemaligen Kaufhauses Joh und der benachbarten Flächen eine neue Ausschreibung geben. Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) rechnet bis Ende des kommenden Jahres mit einem Ergebnis. Den Neustart hat die Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend bei zwei Gegenstimmen der Grünen beschlossen. CDU, SPD, FDP und Bürger für Gelnhausen stimmten für den Antrag.

Die Outlet-Geschichte ist lang und voller Pannen: Das einstige Joh-Areal in der Innenstadt, das die Stadt für zwei Millionen Euro kaufte, wird bereits seit fünf Jahren nicht mehr genutzt. Das etwa 30 Millionen Euro schwere „Barbarossa City Outlet“-Projekt des Investors Jan Leuze sollte in diesem Jahr starten, doch es gab immer wieder Verzögerungen und Fristverlängerungen. Im April scheiterte Leutze. Ein anderer Investor sollte übernehmen. Allerdings gab es bei der politischen Entscheidung dazu Formfehler. Außerdem wurde bekannt, dass der ausgewählte Projektentwickler 2014 wegen Untreue in mehr als 20 Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Nun meldete die CDU zusätzliche Bedenken an, weil die Stadt gegen das Vergaberecht verstoßen haben könnte.

Ein Outlet-Center, in dem unter anderem ältere Modekollektionen günstiger angeboten werden, kann in Gelnhausen nach wie vor entstehen. Der frühere Bürgermeister und jetzige Landrat Thorsten Stolz (SPD) favorisierte ein solches Projekt ebenso wie sein Nachfolger Glöckner. Es sollte das Zentrum der Kreisstadt beleben und den anderen Händlern mehr Frequenz bringen.

Mit der Neuausschreibung könnten auch ganz andere Pläne umgesetzt werden. In Gelnhausen mehren sich die Stimmen, die ein Center kritisch sehen, auch weil solche Geschäfte nicht so gefragt sind wie noch vor einigen Jahren. Zu den anderen Vorschlägen zählen öffentliche Nutzung, etwa für Bildung, und Wohnen. 

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