Großkrotzenburg

Viele Fragen zur Strandbad-Zukunft

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Rund 240 Bürgerinnen und Bürger folgen am Donnerstagabend der Einladung der Bürgerinitiative „Rettet das Strandbad Spessartblick“ ins Bürgerhaus um sich anzuhören, was die Bürgermeisterkandidaten dazu zu sagen haben

Sie hängen alle fünf am Strandbad, jenem überregional beliebten Kleinod und Alleinstellungsmerkmal Großkrotzenburgs. Sie bekennen sich dazu, auch emotional, einige verbinden Kindheitserinnerungen damit. Einig sind sich die Großkrotzenburger Bürgermeisterkandidaten, dass es unbedingt erhalten bleiben muss.

Aber wie und von wem das Bad ab dem kommenden Jahr betrieben werden soll, da gibt es höchst unterschiedliche Vorstellungen: Privatisieren, jedes Jahr neu ausschreiben, verpachten, die Gemeindewerke als Betreiber gewinnen, einen Träger- und Förderverein gründen, als Eigenbetrieb der Gemeinde mit eigenem Etat und Wirtschaftsplan betreiben. Oder es so lassen wie es ist, die Gemeinde wird das schon irgendwie schaffen.

Für und Wider Privatisierung

Rund 240 Bürgerinnen und Bürger folgten am Donnerstagabend der Einladung der Bürgerinitiative „Rettet das Strandbad Spessartblick“ ins Bürgerhaus um sich anzuhören, was die Bewerber um den Chefsessel im Großkrotzenburger Rathaus Thorsten Bauroth (parteilos), Marcus Rosen (SPD), Daniel Protzmann (FDP), Johannes Rubach (Krotzebojer Grüne) und Max Schad (CDU) dazu zu sagen haben. So bleibt etwa SPD-Bewerber Rosen bei seinem Vorschlag, den Fußballplatz ans Strandbad zu verlegen, was für die Bürgerinitiative gar nicht geht. Schad bekennt sich dazu der BI „inhaltlich sehr nah“ zu sein. Protzmann favorisiert einen „professionellen Betreiber“, will mit Interessenten ein Konzept entwickeln, Rubach kann sich keine Privatisierung vorstellen, Bauroth denkt an die Gemeindewerke als Betreiber.

Die Bürgerinitiative ist gegen die Privatisierung, hat rund 2500 Unterschriften dagegen gesammelt, die Gemeinde will aber von den Kosten runter. BI-Sprecherin Gisela Lenz eröffnet der Versammlung, dass der Gemeindevorstand gerade erneut den Strandbadbetrieb an dieselbe Firma vergeben habe, und offenbar immer noch nichts dazugelernt habe. Die BI habe andere Firmen aufgetan, die sich nicht pauschal für eine Saison, sondern nach Leistung bezahlen ließen. Will heißen: Keine Kosten an verregneten Sommertagen.

Auch der 15-Jahres-Pachtvertrag mit dem Kioskbetreiber sei absurd. Er bringe der Gemeinde 5000 Euro im Jahr. Der habe aber unterverpachtet und kassiere dafür 15 000 bis 19 000 Euro jährlich.

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