Standort fürRastplatz umstritten

Gelnhausen Pläne kontra Hochwasserschutz

Mehr Platz an der Raststelle „Kinzigtal“, dazu einer weitere Park- und WC-Anlage unter dem Namen „Kinzigaue“: das sieht ein Planungsentwurf des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Fulda für den Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Gelnhausen-West und -Ost vor, der seit längerem die Gemüter in der Kreisstadt und der Gemeinde Linsengericht erhitzt.

Zusammen sind beide Bauvorhaben mit 3,8 Millionen Euro veranschlagt. 58 Laster, sechs Busse sowie 43 Personenwagen fänden neue Halte-Möglichkeiten.

Nahezu alle Fraktionen lehnen das Vorhaben ab und haben bereits im Frühjahr 2011 Resolutionen verabschiedet, vor allem, weil sie um 40000 Kubikmeter Hochwasserstauraum fürchten. Zuletzt bezeichnete die FDP die engste Stelle des Kinzigtals als ungeeignet für ein generell wichtiges Verkehrsprojekt. Andererseits hat Linsengerichts Bürgermeister Albert Ungermann (SPD) seine Kritik angesichts von Kompensationsflächen zwischenzeitlich eingeschränkt.

Derweil haben die Ortsverbände der Grünen aus beiden Kommunen ihre ablehnende Haltung bekräftigt. Vor allem für die Stadt Gelnhausen sei durch die geplanten Ausgleichsgrabungen sogar eine erhöhte Hochwassergefahr zu befürchten, äußerte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Bernd Witzorek. Die Natur sei kein Baukasten, wo man an einer Stelle etwas entfernen und anderer Stelle einfach wieder hinzufügen könne. Zudem sollten in Zeiten knapper Kassen nicht alles realisiert werden, was technisch machbar sei. Der Grüne Norbert Möller aus Linsengericht betrachtet die weitere Versiegelung im Osten des Ortsteils Altenhaßlau angesichts eines geplanten Gewerbegebietes und vermehrter Schadstoffemissionen an der Rastanlage skeptisch.

Laut ASV wurden mehrere Standorte entlang der A66 nicht zuletzt auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Den Vorschlag „Kinzigaue“ trage auch das Landesamt für Straßenverkehr. (jan.)

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