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Die ehemalige Badeanlage im Wilhelmsbad.

Wilhelmsbad in Hanau

Neues Konzept für das Wilhelmsbad

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Das Land Hessen entwickelt ein neues Konzept für das Wilhelmsbad. Die durch Brandstiftung zerstörte Kleine Parkwirtschaft soll 2020 wiedereröffnen.

Das Land Hessen lässt für den Arkadenbau im Kurpark Wilhelmsbad ein neues Konzept erarbeiten. Der Schwerpunkt soll nicht unbedingt auf einer gastronomischen Einrichtung liegen. Das Land und ihre Schlösserverwaltung erwägen demnach eine Dauerausstellung zum Thema Gartenbaukunst, einen Biergarten sowie mobile Gastronomie, um die Parkbesucher entlang der Sonnenseite des Baus besser ansprechen zu können. Mittelfristig soll eine Promenade entstehen.

Das haben der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) und Nils Wetter, Denkmalpfleger bei der Schlösserverwaltung, bei einem Ortstermin mit dem Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn (FDP) angekündigt.

Beim Arkadenbau spricht sich Hahn für eine „Gesamtnutzung“ aus, bei der das umliegende Parkgelände einbezogen wird.

Den Kurpark und seine Bauten hatte Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel im 18. Jahrhundert errichten lassen. Nachdem sie länger vernachlässigt worden waren, werden die Gebäude seit fast 15 Jahren grundsaniert. Nach eigenen Angaben hat das Land in den vergangenen 20 Jahren etwa 20 Millionen Euro für die Erneuerung des Parks ausgegeben.

In den vergangenen Jahren hat sich im Wilhelmsbader Park einiges getan. Das historische Karussell wurde 2016 wieder in Betrieb genommen. Zuvor hatte der private Förderverein 1,1 Millionen Euro gesammelt, immer wieder hartnäckig für Zuschüsse geworben und die 4,1 Millionen Euro teure Sanierung erst ermöglicht. Auch das in Wilhelmsbad beheimatete Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum hat seine Angebote ausgebaut.

Die Arbeiten an der Außenfassade des Arkadenbaus sollen nach Angaben von Hahn im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. Danach sollen die nächsten Sanierungsabschnitte beginnen. In der Vergangenheit hatten sich die Reparaturen immer wieder verzögert, auch weil die barocke Bausubstanz mit vielen Herausforderungen verbunden ist. So sei zum Beispiel das Holzwerk im Dach „abenteuerlich“ errichtet worden, so Wetter, und die Treppe schief gewesen.

Darüber hinaus gab es einen Pilzbefall am Dachstuhlbalken, weshalb sich die Zimmerarbeiten am Tragwerk als aufwendiger als geplant herausstellten. Die Kosten für die Sanierung des Arkadenbaus hatte das Land zwischenzeitlich auf rund 16 Millionen Euro beziffert.

Derweil soll die „Kleine Parkwirtschaft“, die 2015 durch Brandstifter zerstört worden war, ab April 2019 neu errichtet und zu Saisonbeginn 2020 wiedereröffnet werden, ergänzt durch ein Funktionsgebäude. Derzeit betreibt der Pächter das italienische Restaurant in einem großen Container. In die Arbeiten an der Parkwirtschaft, die um 1785 erbaut wurde, will das Land Hessen insgesamt etwa vier Millionen Euro investieren.    

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