Flörsbachtal

Neuer Windpark im Spessart

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Die Kreisspitze und die SPD werfen der FDP vor, die Windkraftdebatte anzuheizen. Auch wird der Vorwurf erhoben, die FDP nutze die Windkraft als Strategie, um nicht in die politische Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Bei den Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) und Matthias Zach (Grüne) sowie bei der Kreistagfraktion der SPD stößt die Diskussionsveranstaltung der Landtags-FDP zum Thema Windkraft auf deutliche Kritik. Anfang des Monats hatten die Freidemokraten unter dem Titel „Energiewende – Wie Windkraft Natur und Landschaft zerstören“ nach Flörsbachtal eingeladen. Bei Roßkopf ist ein umstrittener Windpark mit elf Anlagen geplant ist, die laut der beteiligten kreiseigenen Naturenergie Main-Kinzig bis zu 30 000 Vier-Personenhaushalte versorgen sollen.

Das Genehmigungsverfahren läuft, aber noch im August werden zwei Gutachten erwartet, die die Belange des Naturschutzes noch einmal beleuchten. Eine Expertise muss auf Anforderung des Regierungpräsidiums Darmstadt der Windparkbauer Juwi Energieprojekte GmbH erstellen. Die andere Studie hat die Flörsbachtaler Bürgerinitiative Gegenwind Spessart in Auftrag geben. „Damit wollen wir die phantasievollen Argumente der Befürworter prüfen“, sagt BI-Vorsitzender Harald Krostewitz.

FDP-Main-Kinzig und Windkraftgegener haben ihre jüngste Veranstaltung genutzt, „um zu provozieren und zu polemisieren“, so Simmler und Zach. Der sachliche Diskurs und der Respekt vor einer demokratischen Mehrheitsentscheidung sei hierbei auf der Strecke geblieben.

Es sei schlicht irreführend, wenn behauptet werde, mit dem Windpark würden ausschließlich kommerzielle Interessen verfolgt. „An der Energiewende mitzuwirken, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Zach auf Anfrage der FR. Hierbei werde anders als in den Behauptungen der Flörsbachtaler Bürgerinitiative Gegenwind Spessart und der FDP darauf geachtet, dass mit dem Bau dieser Anlagen dem Naturschutz Rechnung getragen werde.

"Ausschließlich auf Konfrontation ausgelegt"

Laut Kreisspitze nutze die FDP und ihr Landtagsabgeordneter René Rock ihre Haltung gegen die Windkraft als Strategie, um nicht in die politische Bedeutungslosigkeit zu versinken. Und zur aufgeflammten Diskussion sagt Zach: „Die Argumente sind ausgetauscht.“ SPD-Kreisfraktionschef Klaus Schejna notiert: „Die jetzt erlebte Art der Auseinandersetzung ist ausschließlich auf Konfrontation ausgelegt und nicht geeignet, die Fragen der Gegenwart zu beantworten.“

Mario Klotzsche, Referent im Büro von René Rock, weist diesen Vorwurf zurück und sagt auf Anfrage: „Es macht beispielsweise keinen Sinn, subventionierte Windkraft weiter auszubauen, wenn es für diesen Strom wegen der riesigen Überkapazitäten auf dem Energiemarkt in Europa keinen Bedarf gibt.“ Der Stromkunde finanziere die ineffiziente und unzuverlässige Windkraft, die dem Naturschutz schade und die die konventionelle Stromerzeugung nicht ersetzen könne.

„Die FDP ist eine standhafte Partei, Hut ab“, lobt BI-Sprecher Krostewitz. Das gelte auch für die Kreis-FDP. Die habe sich in ihrem Wahlprogramm gegen Windkraft ausgesprochen und nach der Kommunalwahl im März Wort gehalten, sagt er. Das Nein der FDP hat eine bunte Koalition im Kreis verhindert.

Nicht nur im Kreistag hat die Windkraft zu politischen Erschütterungen geführt, auch in der Gemeinde Flörsbachtal, wo drei Windkraftgegner nun als Bürgerliste Flörsbachtal (BLF) in der Gemeindevertretung sitzen, darunter Krostewitz. Er betrachtet den Widerstand der BI als mögliche Vorlage für Windkraftgegner anderorts.

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