Hanau Wohnungsmarkt

Keine günstigen Wohnungen

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Die Stadt Hanau muss ihre Pläne aufgeben, auf dem Gelände der ehemaligen Pioneer-Kaserne günstige Wohnungen anzubieten: Es ist zu laut auf dem Areal zwischen Bundesstraße, Reifenfabrik und Bahnlinie. Früher hatten dort Familien von US-Soldaten gewohnt.

Auf dem Areal der ehemaligen Pioneerkaserne wird es doch keine günstigen Wohnungen geben. Auf dem vorgesehenen Sportfield-Areal zwischen Bundesstraße, Bahnlinie und dem Reifenhersteller Dunlop seien Wohnungen „planungsrechtlich leider nicht zu realisieren“, sagte der Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Martin Bieberle. Gewerbe- und Verkehrslärm seien zu hoch. Das werde er auch im Ortsbeirat Innenstadt erklären, wo die FDP Beratungsbedarf angemeldet hat.

Im Januar hatte die Stadt Hanau angekündigt, dass sie mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) darüber verhandele, das etwa 62 Hektar große Areal der ehemaligen Pioneerkaserne zu kaufen und dort einen neuen Stadtteil entstehen zu lassen. Das Gelände ist etwa so groß wie die Hanauer Innenstadt.

Doch bisher ist nicht sicher, ob die Stadt das Gelände überhaupt kaufen kann. Bisher gebe es „bei der Preisfindung noch keinen Durchbruch“, sagte Bieberle gegenüber der Frankfurter Rundschau. Grundsätzlich haben Kommunen eine sogenannte Erstzugriffsoption gegenüber der Bima, sie können ehemalige Militärflächen zum Verkehrswert kaufen.

"Gute Signale“ von Interessenten

Sobald sich Stadt und Bima geeinigt hätten, plädiere er dafür, das Gelände zu kaufen, sagte Bieberle. Zwar brauche die Stadt zur Umsetzung ihrer Pläne noch private Investoren. Doch da habe er „gute Signale“ von Interessenten bekommen, das sei „komplett unproblematisch“, sagte er.

Auf dem eigentlichen Kasernengelände könnten nach bisherigen Plänen der Stadt etwa 140 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 180 teurere Wohnungen gebaut werden. Auf dem Sportfield-Areal hingegen sollten günstige Mietswohnungen entstehen. Bis zum Abzug der US-Armee im Jahr 2005 hatten dort Familien von Armeeangehörigen gewohnt, die Blocks stehen noch. Die Stadt wollte nur wenige der dreigeschossigen Wohnblocks abreißen, 17 Blocks mit rund 300 Wohnungen sollten bleiben, saniert und günstig vermietet werden.

Sonderstatus

Doch nun „müssen wir bezugsfertige Wohnungen abreißen, das hat mit gesundem Menschenverstand nichts zu tun“, bedauerte Bieberle und erklärte, warum: Kasernen hätten planungsrechtlich einen Sonderstatus. Mit dem Ende der Kasernennutzung falle dieser Staus aber weg. Das bedeute, die Stadt müsse einen völlig neuen Bebauungsplan aufstellen und könne sich nicht darauf beziehen, dass dort ja zuvor auch Menschen gelebt hätten. Sie müsse „so tun, als sei da jetzt grüne Wiese“, sagte Bieberle.

Deshalb gelten alle Richtlinien zum Lärm- und Geruchsschutz. Und da wären zwischen Fabrik, Bahn und Bundesstraße die Höchstwerte überschritten. Das gilt nach Bieberles Angaben hauptsächlich für den Gewerbelärm. Doch auf keinen Fall wolle die Stadt das Unternehmen Dunlop der Gefahr aussetzen, dass Mieter gegen den Lärm klagten. Schon im Januar hatte der Leiter der Hanauer Abteilung für Umwelt- und Naturschutz beim Konversionsforum gesagt, dass es schwierig sei, den Lärm von Dunlop in den Griff zu bekommen.

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