Totholz im Kirschwingert

„Keine Gefahr“

Hanauer Behörden haben nach einer Begehung Klagen von Bürgern über „kahle, tote Bäume“ im sogenannten Kirschwingert von Mittelbuchen zurückgewiesen.

Es gebe keine Gefahr von fallendem Totholz für Fußgänger und Fahrradfahrer. Stadtrat Ralf-Rainer Piesold (FDP) betont, das städtische Grundstück sei auch keine öffentlich zugängige Park- oder Grünanlage, und die Altbäume befänden sich nicht an öffentlichen Wegen: „Hier hat der Naturschutz definitiv Vorrang.“

„Der Kirschwingert mit den alten Bäumen wirkt wie ein riesengroßer Nistkasten“, so Piesold weiter. Es handele sich um ein naturschutzfachlich und ökologisch sehr wertvolles Areal, das die Untere Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt pflege und Biologen fachkundig beobachten. Dank der Strukturvielfalt aus Wiesen, Hecken, jungen und alten Obstbäumen sowie abgestorbenen Alt-Bäumen lebe hier eine überdurchschnittlich große Zahl an Wildtieren und Wildpflanzen. „Der Kirschwingert wird eine wertvolle und vorbildliche Station für den im Stadtgebiet geplanten ,Grünen Ring’ sein“, sagt Piesold. Im Zusammenhang mit diesem neuen Projekt werde man das Areal auch künftig so pflegen wie bisher.

„Hier haben seltene Tiere wie der Steinkauz, verschiedene Spechtarten und auch Fledermäuse Lebensraum gefunden“, betont Martin Schroth, Biologe bei der UNB. Auch Fasane, Hasen und Rehwild kämen hier vor. Durch die jährliche Mahd und das Abräumen des Mähgutes habe sich unter den Bäumen eine artenreiche Blumenwiese entwickelt. Sie sei Nahrungsgrundlage für viele Schmetterlinge und Wildbienen. Viele der an Alt- und Totholz gebundenen Tierarten kämen nur deshalb dort vor, weil am Kirschwingert ganz bewusst die alten „Höhlen-Bäume“ stehen gelassen wurden. ( ute)

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