Jetzt muss noch das hessische Kultusministerium zustimmen: Mit großer Mehrheit haben die Hanauer Stadtverordneten für eine Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans gestimmt, die eine Umwandlung der Tümpelgartenschule in eine integrierte Gesamtschule mit verbundener Grundschule vorsieht. Die neue integrierte Gesamtschule soll ihren Betrieb mit dem Schuljahr 2010/2011 aufnehmen.
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Jetzt muss noch das hessische Kultusministerium zustimmen: Mit großer Mehrheit haben die Hanauer Stadtverordneten für eine Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans gestimmt, die eine Umwandlung der Tümpelgartenschule in eine integrierte Gesamtschule mit verbundener Grundschule vorsieht. Die neue integrierte Gesamtschule soll ihren Betrieb mit dem Schuljahr 2010/2011 aufnehmen.

Tümpelgartenschule Hanau

Ja zur integrierten Gesamtschule

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die CDU lehnt eine Umwandlung der Tümpelgartenschule weiterhin ab - ist aber überstimmt worden. Die Diskussion dauert schon Monate - mit unverändert harten Fronten.

Jetzt muss noch das hessische Kultusministerium zustimmen: Mit großer Mehrheit haben die Stadtverordneten am Montag für eine Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans gestimmt, die eine Umwandlung der Tümpelgartenschule in eine integrierte Gesamtschule mit verbundener Grundschule vorsieht.

Damit würde es zusätzlich einen gymnasialen Zweig - allerdings ohne Oberstufe - an der bisherigen Grundschule mit Förderstufe, Haupt- und Realschule geben. Die neue integrierte Gesamtschule soll ihren Betrieb mit dem Schuljahr 2010/2011 aufnehmen.

Die Diskussion währt bereits seit Monaten - mit unverändert harten Fronten. So präsentierte sich auch das Votum. Das Bündnis aus SPD, FDP, Grünen und Bürgern für Hanau (BfH) stimmten für die Umwandlung, ebenso die Linken. Die CDU ist vehement dagegen. Zwei Stadtverordnete enthielten sich, beide selbst Schulleiter: Annedore Stübing (BfH) und CDU-Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Scheuermann.

Schuldezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP) legte in einer engagierten Rede dar, warum eine integrierte Gesamtschule im Lamboy sinnvoll sei - aus "sachlichen Gründen", wie er betonte, während eine Ablehnung "politisch motiviert" sei. Wogegen CDU-Fraktionsmitglied Franz Ott später naturgemäß opponierte.

Piesold führte eine ganze Reihe von Argumenten an. Nicht nur die Lehrer, auch die Eltern wünschten die Umwandlung - für deren Bedarf allein nüchterne Zahlen sprächen. So wechselten im vergangenen Jahr 38 Prozent der Tümpelgartenschüler nach der vierten Klasse aufs Gymnasium und 17 Prozent auf eine integrierte Gesamtschule; beides war bisher zwangsläufig mit einem Schulwechsel verbunden.

Als wichtigen Aspekt sieht der Dezernent auch die städtebauliche Entwicklung im Gebiet an. Zum einen sei der Tümpelgarten selbst durch die Landesgartenschau aufgewertet worden. In den nächsten Jahren werde sich der Stadtteil (und damit das Einzugsgebiet der Schule) durch neue Bauvorhaben, etwa auf den früheren US-Militärflächen im Lamboy, zudem erheblich ausweiten.

Die Verwaltung kommt in ihrer Rechnung auf 975 neue Einwohner mit geschätzten 129 Kindern zwischen 6 und 18 Jahren. Zusätzlich rechnet man im angrenzenden Stadtteil Wolfgang mit 500 neuen Wohnungen.

Bereits jetzt könne die Hanauer Schullandschaft der Nachfrage nicht gerecht werden, sagt Piesold: So hätten mit dem Schuljahr 2009/2010 wieder 92 Jungen und Mädchen aus Hanau auf eine integriete Gesamtschule im Kreis wechseln müssen.

Dass die nahe Hessen-Homburg-Schule als Haupt- und Realschule ins Hintertreffen geraten könnte, sieht er nicht als Gefahr an; im Gegenteil: "Zwei Schulen mit gleichem Profil auf 1000 Metern sind nicht sinnvoll." Franz Ott (CDU) schätzt das anders ein. Er befürchtet "Leerstände" in Hessen-Homburg, "der Schule mit dem besten baulichen Standard".

Auch ist er skeptisch, ob die Entwicklung der neuen Wohngebiete tatsächlich so verläuft wie von der Stadt angenommen. Ott geht vielmehr davon aus, dass mehr als 40 Prozent der eingeplanten Neubürger nicht nach Hanau kommen. Den Bedarf an Plätzen in integrierten Gesamtschulen solle die Stadt lieber "in fairer Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis befriedigen".

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