Die Stadt Hanau arbeitet daran, ihren Hafen so herzurichten, dass dort ganze Züge mit Containern be- und entladen werden können. Dabei handelt es sich um bis zu 900 Meter lange Züge privater Unternehmen, die ausschließlich mit Gütern in Containern beladen sind.
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Die Stadt Hanau arbeitet daran, ihren Hafen so herzurichten, dass dort ganze Züge mit Containern be- und entladen werden können. Dabei handelt es sich um bis zu 900 Meter lange Züge privater Unternehmen, die ausschließlich mit Gütern in Containern beladen sind.

Hanauer Mainhafen

Ausbau für Containerzüge

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Der Hanauer Hafen ist der zweitgrößte in Hessen. Er muss sich verstärken, um konkurrenzfähig zu bleiben. 2009 sank der Güter-Umschlag nämlich um 15 Prozent. Von Pamela Dörhöfer

Die Stadt Hanau arbeitet daran, ihren Hafen so herzurichten, dass dort ganze Züge mit Containern be- und entladen werden können. Dabei handelt es sich um bis zu 900 Meter lange Züge privater Unternehmen, die ausschließlich mit Gütern in Containern beladen sind.

Um den Umschlag der riesigen Boxen zu ermöglichen, wird eines von zwei parallel verlaufenden Gleisen mit Asphalt eingedeckt. Auf dieser 1,2 Kilometer langen Straße sollen später mächtige mobile Ladekräne entlangfahren und rangieren können, erläutert Ewald Desch, Geschäftsführer der Stadtwerke, die den Hafen betreiben.

Knapp die Hälfte der Strecke ist bereits asphaltiert; an den Kosten von einer Million Euro beteiligen sich auch Firmen, die am Hafen ansässig sind und den neuen Umschlagsort nutzen wollen.

Gesondertes Containerterminal wird nicht gebaut

Lange war auch der Bau eines gesonderten Containerterminals im Gespräch gewesen. Dieses Thema sei mittlerweile "vom Tisch", sagt Desch, insbesondere angesichts der nötigen Investition von 10 bis 15 Millionen Euro. Statt fest installierter Kräne sollen nun bei Bedarf mobile Geräte mit 50 Tonnen Hublast und einem ebensolchen Eigengewicht gemietet werden; die Leasinggebühr liegt bei etwa 10.000 Euro im Monat. "Schon mit einem Zug haben wir diese Kosten wieder drin, ab zwei wird es profitabel", erklärt Desch.

Der Hanauer Hafen, nach Frankfurt der größte in Hessen, muss sich verstärken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das sei unbedingt nötig, "denn für den Wirtschaftsstandort Hanau ist er von immenser Bedeutung", sagt Dezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP). Deshalb haben die Stadtwerke und die städtische Wirtschaftsförderung nun einen Kooperations- und Dienstleistungsvertrag miteinander geschlossen.

Das Management des Hafens - eine neue Funktion - übernimmt Wirtschaftsförderin Erika Schulte. Sie hat konkrete Vorstellungen, wie der Betrieb effektiver funktionieren kann, zum Beispiel denkt sie an eine Kooperation mit anderen Häfen. Insbesondere Frankfurt könnte man Flächen überlassen.

Am Frankfurter Hafen ist kaum noch Platz - in Hanau schon

Denn während es im Hanauer Hafen noch mehr als 100 Hektar freie Grundstücke - alle mit Bahnanschluss - gibt, seien die Kapazitäten der Nachbarstadt nahezu erschöpft. Zudem will Schulte zusammen mit ansässigen Firmen den Hafen besser vermarkten. Unternehmen wie Rhenus oder Oiltanking seien bereit, Geräte oder Lagerplatz zur Verfügung zu stellen.

Weniger Kali-Transporte

Der Umschlag am Hafen ist 2009 um gut 15 Prozent zurückgegangen; finanziell mache das aber nur ein Minus von fünf Prozent aus, sagt Ewald Desch. Der Hafen erwirtschafte damit immer noch einen Gewinn von 450.000 Euro.

Gesunken ist vor allem der Umschlag an Kali. Das habe mit Einbußen in der Landwirtschaft zu tun, erklärt Desch, denn Kali wird zum Düngen genutzt. Hauptertragsbringer sind weiterhin Erdöl und Gas, ihr Anteil ist sogar leicht gestiegen. Insgesamt gab es in den letzten Jahren eine Verschiebung: Nicht mehr die mit Schiffen angelieferten Güter sorgen für den größten Umschlag, sondern die per Bahn transportierten.

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