Endlich fertig: Das Zentrum mit altem und neuem Teil.
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Endlich fertig: Das Zentrum mit altem und neuem Teil.

Justizzentrum

Alles an einem Ort

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Der Neubau des Justizzentrums ist nun auch offiziell eröffnet, der Altbau saniert. Aber auch nach Bauende im Herbst hatten Besucher und Beschäftigte unter Beeinträchtigungen zu leiden gehabt: Kein Handyempfang, empfindliche Sicherheitsschleusen und ständig piepende Türen.

Dem hessischen Justizminister war die Erleichterung anzumerken. „Der Standort Hanau steht“, sagte er am Montagmorgen während der offiziellen Eröffnung des Justizzentrums an der Nußallee. Für Jörg-Uwe Hahn (FDP) bedeutet das: Bau, Struktur und Personal sind geregelt. Der Altbau ist saniert, der Neubau fertig, Staatsanwaltschaft, Landgericht und Amtsgericht sind im September 2011 in einem Gebäude zusammengezogen und alle drei Institutionen haben in den vergangenen Jahren neue Führungskräfte bekommen. Zuletzt kam vor vier Monaten Meinrad Wösthoff als Leiter des Amtsgerichts dazu.

Auch die Präsidentin des Landgerichts, Susanne Franke, sprach vor den rund 100 Gästen von einem „sehr gelungenen Neubau“. Dieser ergänzt das vor 100 Jahren eröffnete repräsentative preußische Justizgebäude und dessen Anbau aus den 1960er Jahren. Doch Franke erinnerte auch daran, wie viele Jahre, sogar Jahrzehnte, es gedauert hatte, bis am Montag die Eröffnung im lichtdurchfluteten Foyer zwischen Alt- und Neubau gefeiert werden konnte. So hätten nicht nur alle Justizbeschäftigten unter ungeeigneten Räumen gelitten, der Altbau sei auch vor zehn Jahren entgegen der ursprünglichen Planung im laufenden Betrieb saniert worden.

Die Anwesenheit des Ministers nutzte Franke dazu, noch einmal hervorzuheben, wie wichtig das Landgericht in Hanau sei. Sie wertete den Neubau und die Investitionen von 20,5 Millionen Euro als Bekenntnis zum Gerichtsstandort. Hahn ließ sich jedoch nicht auf eine Diskussion über hessische Gerichtsstandorte ein und antwortete nur scherzhaft: In der laufenden Legislaturperiode des Landtags bleibe „das Landgericht in Hanau natürlich erhalten“. Von keinem Redner direkt erwähnt wurde, dass das Arbeitsgericht erst vor einem Monat seine Türen geschlossen hat und auf Anordnung des Justizministeriums nach Offenbach umgezogen ist.

Die leitende Oberstaatsanwältin Elisabeth Opitz beschränkte sich in ihrer Rede nicht nur auf lobende Worte. Die Baukosten seien zwar im veranschlagten Rahmen geblieben, sagte sie, doch nach Bauende im Herbst hätten Besucher und Beschäftigte unter einigen Beeinträchtigungen zu leiden gehabt: Es gab keinen Handyempfang, die Sicherheitsschleusen reagierten empfindlich auf Hitze, Wind und Kälte und die Sicherheitstüren in den Gängen piepten ständig. Nur das Telefonieren funktioniere inzwischen wieder.

Und noch eine weitere Klage bekamen Justizminister Hahn und Erster Stadtrat Ralf-Rainer Piesold (FDP) zu hören: Es gebe insgesamt zu wenige Parkplätze für die rund 280 Beschäftigten und die zahlreichen Besucher des Justizzentrums. Hahn und Piesold sicherten eine Lösung für dieses Problem zu.

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