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Martin Bieberle ist Konversionsbeauftragter,  Stadtentwickler und Pressebüroleiter der Stadt Hanau.
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Martin Bieberle ist Konversionsbeauftragter, Stadtentwickler und Pressebüroleiter der Stadt Hanau.

Hanauer Kasernen

Fast die Hälfte der Fläche ist vermarktet

Die enge und flexible Kooperation der Stadt Hanau mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gilt als vorbildhaft für andere ?Kommunen.

Hanau „entwickelt sich. Anlageberater sehen die Stadt als unterbewertet, was es aber für ihre Anleger just interessant macht, hier zu investieren“. Martin Bieberle, im Rathaus für die Stadt- und Konversionsentwicklung zuständig, lächelt. Als rechte Hand von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) freut er sich darüber, dass seit Ende 2008 bis heute rund 44 Prozent von insgesamt 340 Hektar einstiger US-Flächen bereits vermarktet „oder in der konkreten Entwicklung“ sind. Dies habe nichts mit Fortune etwa aufgrund der exzellenten Lage im Rhein-Main-Gebiet zu tun, sondern mit „sehr, sehr viel Arbeit“, betont Bieberle im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Anfragen anderer Kommunen – ob Heidelberg, Mannheim, Darmstadt oder Kitzingen – zeugten davon, dass das schnelle Konversionstempo in Hanau durchaus vorbildhaft wahrgenommen werde. Anderswo sei die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Besitzer der Konversionsflächen oft als „Bremser“ wahrgenommen und angegriffen worden. In Hanau habe man hingegen sofort sehr eng mittels Internet zusammengearbeitet, trat sogar auf der Immobilienmesse Expo Real in München bewusst gemeinsam öffentlich auf. Vermutlich ist auch darum das anfangs noch auf dem Gelände der Hutier-Kaserne im Lamboy geplante gemeinsame Konversionszentrum kein Thema mehr – die Vermarkung läuft auch so gut.

Die Brüder-Grimm-Stadt, die die Planungshoheit über die ehemaligen Areale der US-Streitkräfte besitzt, hat aus den ersten Konversionsfällen vor zehn Jahren gelernt (etwa im Lamboy) und „stolpert nicht mehr über sich selbst“, sagt Bieberle. Das sei auch bei der BImA der Fall, lobt er: „Auch dort will man schnelle Planreife extrem unbürokratisch erreichen“. Doch er weiß: „Die letzten zwei Jahre liefen sehr gut, die Nutzungsmöglichkeiten drängten sich auf. Die nächsten Jahre werden schwieriger“.

Beispiel: Bei der Vermarktung der fast 40 Hektar großen Pioneer-Kaserne in Wolfgang sei „nicht mehr das Tempo entscheidend, sondern die Beantwortung der Frage, welche Entwicklungen dort sinnvoll sind – Gewerbe oder Wohnen?“ Darum stehe das Projekt erst 2012/2013 auf der Agenda.

Oder: Die Ansiedlung einer Großspedition, die fast 1000 Arbeitsplätze in die Stadt gebracht hätte, wurde nach vierwöchiger intensiver Planung wieder verworfen. Bieberle: „Der Standort Underwood-Kaserne in Großauheim eignete sich nicht dafür, das extrem hohe Verkehrsaufkommen wäre untragbar gewesen“. Doch soll wie in der Kaserne Großauheim Gewerbe ansiedeln.

Die Konversion als Möglichkeit der Stadtentwicklung begreife inzwischen auch die Bürgerschaft als Chance. Über 2000 Menschen sahen bei städtischen Bustouren US-Areale erstmals von innen. Zuerst hätten viele angesichts der Größe gezweifelt, doch die „anfängliche Skepsis nach dem Motto ,Schafft ihr das überhaupt?’ ist gewichen“, behauptet Bieberle.

Mit dem Industriepark Wolfgang (IPW) verhandelt man über die Erweiterung um die angrenzende Wolfgang-Kaserne. Die Yorkhof-Kaserne im Lamboy ist verkauft, dort entstehen Stadtvillen. Auf der angrenzenden Cardwell-Housing baut ein Investor Wohneinheiten. Die Hutier-Kaserne ist großteils entwickelt (Hauptfeuerwache, Firmen), es gibt noch Restflächen.

Old Argonner wird 2011 entwickelt, dort sollen Wohnungen entstehen, das neue Förderschulzentrum ist bereits angesiedelt. Die Entwicklung der Sportfeld-Housing wird, wie die der gegenüberliegenden Pioneer-Kaserne erst 2012/2013 im Fokus stehen. Die River Training Area, der Ex-Wasserübungsplatz, gilt bisher als „Vorranggebiet für Natur und Landschaft“; die Verwertung ist noch offen.

Bieberle ist froh, dass sich der in Hanau fehlende Mittelstand jetzt wieder ansiedeln kann: „Ältere kehren in die Stadt zurück, und die Jüngeren bleiben“. ( ute)

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