1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Kinzig-Kreis

Familienbus auf Jungfernfahrt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Vom heutiogen Montag an kann man mit dem neuen Familienbus kreuz und quer durch Erlsensee dfahren - unser Bild zeigt den Limes-Kreisel in Rückingen. Ein für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren konstruierter Minibus verbindet dann auf einem wie eine acht konzipierten Liniennetz mehr als 30 zum großen Teil neue Haltepunkte.
Vom heutiogen Montag an kann man mit dem neuen Familienbus kreuz und quer durch Erlsensee dfahren - unser Bild zeigt den Limes-Kreisel in Rückingen. Ein für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren konstruierter Minibus verbindet dann auf einem wie eine acht konzipierten Liniennetz mehr als 30 zum großen Teil neue Haltepunkte. © Sascha Rheker

Nur Laufen ist billiger: Ein Pilotprojekt macht auch gehbehinderte Erlenseer und Eltern mit Kindern ohne Auto mobil. Seit heute kurvt ein Bus kreuz und quer durch Erlensee. Mitfahren kostet einen Euro.

Von Jörg Andersson

Der strenge Winter hat den Familienbus zwar ausgebremst, aber jetzt ist es so weit: mit knapp zwei Monaten Verzögerung startet in Erlensee am heutigen Montag ein neues Nahverkehrsangebot in der 13.000-Einwohner-Stadt. Ein für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen und Rollatoren konstruierter Minibus verbindet dann auf einem wie eine acht konzipierten Liniennetz mehr als 30, zum großen Teil neue Haltepunkte.

Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG), Gemeinde und ein örtlicher Busunternehmer stemmen das Pilotprojekt. Mindestens zwei Jahre lang soll der Kleinbus aus israelischer Produktion rollen, sagt Unternehmer Uwe Viel. 60.000 Euro kostet das jährlich.

Bauhofmitarbeiter haben die Haltestellen in diesen Tagen eingerichtet. "Der Bus ist so konstruiert, dass der Ein- und Ausstieg überall barrierefrei erfolgen kann, ohne dass es kostspieliger Haltestellenumbauten bedurft hätte", berichtet KVG-Geschäftsführer Volker Rahms.

Der Bus hält montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr im Stundentakt in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten, Seniorenwohnungen, Bürgerhäusern, Einkaufsmöglichkeiten und an einigen überörtlichen Haltestellen. Laut Rahms bietet sich die Gemeinde mit ihren Ortsteilen Langendiebach und Rückingen aufgrund ihrer Kompaktheit für das Projekt an, anders als bei entfernt gelegenen Ortsteilen.

Einen Euro kostet das Einzelticket, 2,50 Euro die Tageskarte. Schüler oder Pendler, die Zeitkarten des RMV besitzen, fahren ebenso kostenlos wie Schwerbehinderte. Erlensees Behindertenbeauftragter Alfred Bodis lobt das Gefährt als Transportsystem für alle Altersgruppen, mit dem alle öffentlichen Einrichtungen und Plätze erreicht werden können.

Bürgermeister Stefan Erb (SPD) bezeichnet den Bus als "Errungenschaft für Erlensee". Die ältere Bevölkerung habe bereits eine positive Resonanz erkennen lassen. Das sei wichtig, weil diese Menschen auf Mobilität nicht verzichten wollten und könnten. Durch die Anbindung von Rathaus, Banken oder medizinischen Einrichtungen werde der Bus mit Sicherheit von vielen Bevölkerungsgruppen sehr gut angenommen.

Auch die Grünen loben das Angebot für Menschen ohne Auto oder mit Handicap. Der Niederflurbus komme deren Bedürfnissen entgegen, betont Fraktionschef Heinz Hunn.

Auch interessant

Kommentare