Detektei Lentz

Ein Fall für viele

Die Detektei von Marcus Lentz operiert deutschland- und weltweit. Ihre Aufträge erhält sie von Firmen und Privatleuten.

Er wollte schon immer Detektiv werden: Bereits 1995, als 27-Jähriger, gründete Marcus Lentz seine erste Wirtschafts- und Privatdetektei als Einzelfirma in seinem damaligen Wohnort Nidderau (Main-Kinzig-Kreis). Zuvor hatte er einige Jahre als angestellter Detektiv in Frankfurt gearbeitet. Im Jahr 2000 siedelte er mit seiner Detektei und den inzwischen acht Angestellten nach Hanau um – zuerst an die Bruchköbeler Landstraße, später an die Donaustraße. Er eröffnete Niederlassungen im Umland, etwa in Bad Homburg und Frankfurt. Bald folgten auch Dependancen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Konstanz, München, Berlin und Köln. Seit 2005 firmiert die Detektei Lentz als GmbH & Co.KG.

Wegen der immer wieder notwendigen Auslandseinsätze folgten noch Niederlassungen in England, Spanien, Hongkong/China und den USA. Diese gehören heute auch diversen Mitgesellschaftern.

Die Präsenzen in Deutschland trägt seine Teilhaberin Christina Egerer seit 2008 mit. Die gebürtige Hanauerin ist vor allem im kaufmännischen Bereich, in Administration, Organisation und Kundenbetreuung tätig. Sie ist, wie auch Lentz selbst, nicht mehr im operativen Geschäft tätig.

Für Lentz arbeiten aktuell allein in Hanau ein Dutzend ausgebildeter Detektive. Sie alle sind angestellt. Das hat mit Weisungsrecht und Datenschutz zu tun. Praktikanten haben aus diesen Gründen bei der Firma keine Chance. Der Wagenpark in Hanau umfasst ebenfalls ein gutes Dutzend Fahrzeuge aller Kategorien – vom Kleinwagen bis zur Luxuskarosse. Darunter auch solche, die zum Observieren mit technischen Hilfsmitteln wie Fotoapparaten, Bildschirmen, Videokameras oder Richtmikrofonen ausgestattet sind. Sie könnten selbst bei Halterabfragen nicht der Detektei zugeordnet werden, sagt Geschäftsführer Lentz stolz.

Eine Observation dauert im Schnitt drei bis vier Tage. Je nach Auftrag sind auch mehrere Detektive im Einsatz. Bei einem Stundensatz von rund 65 Euro muss ein Auftraggeber mit Kosten in Höhe von mindestens 2000 Euro rechnen. Die Grenze nach oben ist offen.

Zu 70 Prozent sind Firmen die Kunden der Detektei. Meist geht es um Lohnfortzahlungs- und Abrechnungsbetrug, aber auch in Sachen Markenfälschung, Produktpiraterie und Warendiebstahl wird ermittelt. Hinzu kommen Abhörschutz, Kontrollen von Bonität und Nebenerwerb, Schriftgutachten und Bewerberanalysen im Bereich Headhunting. Rund 25 Prozent der Aufträge betreffen den Bereich der Privatermittlungen. Im vergangenen Jahr hat Lentz rund 400 Aufträge im Bereich Unterhaltsbetrug oder „Nachweis von eheähnlichen Verhältnissen“ im Hinblick auf Unterhaltsbetrug bearbeitet.

Deckung flog noch nie auf

Statistisch wurde die Detektei meist von verheirateten Frauen beauftragt (155). Es folgen die Gruppen der verheirateten Männern (104) und der in eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebenden Paare (145). Entdeckt wurden die Detektivinnen und Detektive der Firma bei der Arbeit nach eigenen Angaben „kein einziges Mal“. ( ute)

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