Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf einen Regio wie diesen mussten Fahrgäste in Gelnhausen am Dienstagvormittag über zwei Stunden warten.
+
Auf einen Regio wie diesen mussten Fahrgäste in Gelnhausen am Dienstagvormittag über zwei Stunden warten.

Main-Kinzig ÖPNV

Fahrgäste sitzen fest

  • Uta Grossmann
    VonUta Grossmann
    schließen

Ein Personenunfall auf der Strecke Fulda-Frankfurt legt am Dienstag den Zugverkehr lahm. Viele der gestrandeten Fahrgäste sind wegen fehlender Informationen wütend und gestresst.

Der Regionalexpress von Fulda nach Frankfurt hat die üblichen paar Minuten Verspätung, als er am Dienstag gegen zehn vor zehn in den Bahnhof Wächtersbach einrollt. Kurz vorher hatte die Lautsprecherdurchsage, der Zugführer möge sich beim Lokführer melden, Böses ahnen lassen. Und tatsächlich: In Wächtersbach ist für die Fahrgäste erst mal Endstation. Wegen eines „Personenunfalls“, heißt es, sei die Strecke gesperrt. Der Zug werde in voraussichtlich 30 Minuten weiterfahren.

Wer öfter mit der Bahn fährt, misstraut solchen Zeitangaben. Auch in diesem Fall mit Recht. Nichts bewegt sich, außer den nervösen Fahrgästen, die ihre Handys zücken und denen, die sie erwarten, mitteilen, dass sie in Wächtersbach festsitzen. Wie lange, weiß keiner. Am einzigen geöffneten Schalter im Bahnhof hängt ein Schild: „Bin gleich wieder da.“ „Gleich“ dauert ein paar Minuten, dann erscheint die zuständige Dame. Sie hat die Information, der Zuge werde um 10.20 Uhr weiter Richtung Frankfurt rollen.

Daraus wird nichts. Am Bahngleis informiert eine Schaffnerin, dass ein Schienenersatzverkehr nach Gelnhausen eingerichtet werde. Der Unfall ist auf der Strecke zwischen den beiden Haltestellen passiert. Die Fahrgäste strömen aus dem Zug zur Bushaltestelle. Binnen Minuten ist der Bahnhofsvorplatz schwarz von Menschen.

Ein Rollstuhlfahrer findet Helfer, die ihn die Treppe vom Bahngleis hinunter tragen. Die Schaffnerin versichert, der Schienenersatzverkehr werde auch den Mann im Rollstuhl mitnehmen. Nach einiger Zeit hat die Bahn drei Busse organisiert, die zwischen Wächtersbach und Gelnhausen pendeln. In Gelnhausen aber zerschlägt sich die Hoffnung auf eine rasche Weiterfahrt. Eine Frau mit Koffern und einem kleinen Jungen an der Hand stöhnt entnervt: „Wenn wir einmal in Urlaub fahren. . .“

Andere klagen, dass nirgendwo ein Bahnmitarbeiter zu sehen sei, der sage, wie es nun weitergehe. Im Gelnhäuser Bahnhof ist kein einziger Schalter geöffnet. Die Verkäuferin im Kiosk weiß auch nicht, wann wieder Züge fahren. Viele der gestrandeten Fahrgäste sind wütend und gestresst, ärgern sich, dass sie nicht informiert werden. „Typisch Bahn“, heißt es immer wieder.

Endlich, endlich soll ein Regio, der aus Frankfurt gekommen war, dem Warten ein Ende machen. Trauben von Menschen steigen ein, jeder fragt: „Nach Frankfurt?“, denn noch steht „Fulda“ als Ziel angeschlagen. Allgemeine Erleichterung, als es losgeht Richtung Mainmetropole. Mit mehr als zwei Stunden Verspätung rollt der Zug im Hanauer Hauptbahnhof ein. Dort haben die meisten Züge ebenfalls Verspätung, zwischen 15 und 40 Minuten laut Anzeigetafel. Der Fahrplan ist wegen der Streckensperrung durcheinander gewirbelt. Der Grund für das Chaos im Zugverkehr ist traurig. Ein 81-jähriger Mann aus Friedrichsdorf-Köppern im Taunus war gegen 9.30 Uhr bei Wirtheim von einem ICE überrollt worden.

Bundespolizei und Polizei Südosthessen gehen von einem Suizid aus. In einem solchen Fall wird die Strecke gesperrt, bis der Tote geborgen und die Ermittlung abgeschlossen ist. Dann gibt der Staatsanwalt der Deutschen Bahn das Signal, die Strecke wieder freizugeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare