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Der Direktor der Al-Hosn-Klinik, Khaled Yaziji, erhält von Brinkmann-Weiß und Lückhoff das dringend benötigte EKG-Gerät.

Hanau

Medizinische Hilfe für Notleidende in Homs

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Als Partner der rum-orthodoxen Kirche unterstützt der Kirchenkreis Hanau in Syrien mehrere Projekte. Neben finanzieller Unterstützung findet auch ein Wissensaustausch statt.

Die Zerstörung und das Elend in Homs und Umgebung sind nach wie vor unfassbar: Wer es geschafft hat zu überleben, muss auf engstem Raum hausen, teilweise ohne fließendes Wasser. Weil es hier mittlerweile etwas sicherer ist als andernorts, sind viele Syrer in die Region geflüchtet und haben Unterschlupf in leerstehenden Wohnungen oder Schulen gefunden. Wo die Infrastruktur noch vorhanden ist, reicht sie nicht aus. Es fehlt an Arbeit und damit an Geld, auch für lebenswichtige Medizin. In den Krankenhäusern, in denen Ärzte die vielen Verletzten behandeln, fällt oft der Strom aus.

Doch bei aller Not ist wieder etwas Hoffnung zu spüren: Ein kleines Wiederaufbauprogramm für 300 Wohnungen ist gestartet worden; mit Spenden können mehr Kranke besser versorgt werden.

Das haben Claudia Brinkmann-Weiß und Martin Lückhoff, Dekane des evangelischen Kirchenkreises Hanau, während einer Tagung in Beirut über die Situation in Syrien erfahren. Im Libanon sprachen sie mit Vertretern der rum-orthodoxen Kirche von Homs, mit der der Kirchenkreis vor fünf Jahren eine Partnerschaft geschlossen hat. Besonders intensiv tauschten sich Brinkmann-Weiß und Lückhoff mit Bischof George Abu Zakhem aus, der schon mehrfach in Deutschland zu Besuch war. Bereits seit gut 25 Jahren besteht eine Freundschaft zwischen der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der orthodoxen Kirche in Syrien und im Libanon.

Auch deshalb engagiert sich der Hanauer Kirchenkreis in der Region Homs: Er hat 100 Behandlungen finanziert sowie medizinische Geräte, darunter ein EKG-Gerät. Zuvor hatte der Kirchenkreis einen Stromgenerator gespendet. Neben finanzieller Unterstützung findet auch ein Wissensaustausch statt.

Wenn sich die Sicherheitslage verbessert hat und es leichter ist, eine Einreiseerlaubnis zu bekommen, will sich Lückhoff mit den Partnern in Syrien treffen. Bis dahin bleiben sie per Mail und Whatsapp in Kontakt. „Es ist wichtig, den Menschen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben und Zeichen der Solidarität zu senden“, sagt der Dekan, der kurz vor Ausbruch des Krieges in Syrien war und spürte, dass es schon brodelte.

„Viele Bewohner von Homs wissen, dass der Krieg in Syrien vielleicht noch ein paar Jahre dauern wird. Aber sie geben nicht auf.“ Der Kirchenkreis lege großen Wert darauf, Graswurzelarbeit zu betreiben, das heißt, lokal zu unterstützen und dabei mit den Menschen vor Ort im Gespräch zu bleiben, so Lückhoff. Vor einem Jahr war ein ärztlicher Direktor zu Gast in Hanau und berichtete von den Problemen bei der Stromversorgung, daraufhin wurde der Generator angeschafft.

Bald soll in Homs ein Heim für Behinderte entstehen, der Kirchenkreis möchte sich dort einbringen. Der Krieg reißt Familien auseinander und „zerstört damit auch das soziale Netz Familie“, sagt Lückhoff. Das treffe alte, kranke und behinderte Menschen besonders hart.

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